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29. Münchner Stadtlauf am 24.Juni 2007

Abonniere 29. Münchner Stadtlauf am 24.Juni 2007 4 Beiträge, 2 Stimmen

 

Anja_medium Anja 4 Beiträge


Hallo Lauffreunde.



wer läuft mit? Es gibt den Halbmarathon und eine 10km-Strecke. Alles wunderschön und durch den Englischen Garten. Anmelden kann man sich noch auch noch am Vortag.



Liebe Grüße



 
Icon_missing_medium Donald 15 Beiträge


Da sin ma dabei :)






freu mich schon :)



 
Anja_medium Anja 4 Beiträge


@Dieter: es ist wirklich gut gelaufen! Wetter war angenehm warm und der orange-farbene Läuferwurm zog sich durch den Englischen Garten. Einfach schön anzusehen. Für mich war der Lauf ein Trainingslauf, deshalb keine Bestzeiten, sondern nur Genuss. Ich hab´s sogar so sehr genossen, dass ich spontan noch meinen Freund begleitet habe, der 1 Stunde nach meinem Zieleinlauf  für den 10km-Lauf angemeldet war :)  Ein toller Laufsonntag!



 
Icon_missing_medium Donald 15 Beiträge


My Own 29. Münchner Stadtlauf

“Vorgeschichte:”
Eigentlich

beginnt die Geschichte schon vor etwa 10 Monaten. Umzug wegen Studium

vom Münchener Norden nach Landshut steht an, am Wochenende gehts immer

heim. Ohne Training, keine Fußballspiele mehr, nur noch bisschen

rumgehoppel beim Handball. Die Motivation zu Laufen lässt nach. Wofür

auch Kondition, wenn man damit nichts anfangen kann?
Mitte Januar

dann ein Fußball-Gaudi-Hallenturnier, Spiel gegen den Ortsansässigen

Burschenverein. Ein Pressball, eine Frage: “Durchziehen oder nicht?”

Die Antwort: “lieber nicht, er kann sich ja verletzen.” Also kurz

zurückgezogen, ein Schlag, ein Schmerz. Diagnose: Kapselriss und

Distorsion im Sprunggelenk. Ausfallzeit nach mehreren kleinen

Rückschlägen: ca 4 Monate.
Mitte Mai – Es klingelt das Telefon,

der beste Freund ruft an: “Hey! Melde uns gerade für den Stadtlauf an,

kommst doch wieder mit, oder? Hatten wir ja letztes Jahr ausgemacht!”

Absagen? Nein, Tobi will die Revanche vom 28. Lauf vom vorigen Jahr. Er

trainiert seit nem halben Jahr neben dem Handballtraining noch mit 2-3

wöchentlich 13 km laufen. Das kann ja was werden. Doch genau jetzt viel

Stress in Arbeit/Uni. Zeit und vor allem Motivation zu laufen = 0.

Schließlich doch noch 2 mal für ca 10 km durchgerungen. Zu allem

Überfluss gehen auch noch die 2 Jahre alten Laufschuhe übern Jordan.
Freitag,

22.07.2007, noch 2 Tage. Überraschenderweise kommt ein alter Freund

ausm Ruhrgebiet zu Besuch, er will abends in die Kultfabrik. Von einem

Club mit günstigen Cocktails zieht er mich in eine Kölsch-Bar. In dem

engen Gedränge fühlt er sich heimisch und bestellt einen 11er Teller

0,2 “Bier”. Schnell ist ausgetrunken und es geht weiter in den nächsten

Club. Eben stand er noch hinter mir, dann ist er weg. 5 Minuten später

entdecke ich ihn auf dem Tresen, wie er mit einer hübschen

Schwarzhaarigen tanzt. Die Uhr schlägt bereits 3 Uhr, seit 5 Stunden

sind wir nun unterwegs. Doch er hat noch nicht genug und wir werden

noch in die größte Disco der Kultfabrik gezogen. Um 4:30 Uhr reichts,

wir fahren heim. 5:30 Uhr – endlich, das Bett ruft.
Samstag,

23.07.2007, noch ein Tag. 8:30 Uhr, der Wecker klingelt. Heute ist

großer Aufräum- und Renoviertag angesagt. Nach kurzen 3 Stunden Schlaf

quäle ich mich aus dem bequemen Bett und stolper noch etwas müde in die

Garage. Dort fangen wir an. 14 Uhr, der Kumpel steht auch langsam auf,

schließlich gibts um 14:30 Uhr Essen. Schweinebraten mit Semmelknödeln

lecker. 16 Uhr, Tisch ist abgeräumt, Besuch ist weitergefahren. Setze

mich ins Auto und fahre in die Stadt zum Sportscheck, brauche ja noch

für morgen neue Laufschuhe. Der Laden am Sendlinger Tor ist trotz der

Verkaufsverstärkung durch die bekannte Sprtmarke mit den drei Streifen,

die technisch sehr gut ausgerüstet, dafür aber auch verständlicher

Weise bei der Beratung vor allem ihre Produkte mit Lobeshymnen

überschütteten, vollkommen überfüllt. Nach über 30 Minuten wird endlich

ein hauseigener Verkäufer frei. Ein kurzer Blick auf die Füße und Beine

und er sagt: “Sie sind Fußballer oder bzw und Handballer, hatten

innerhalb des letzten Jahres Probleme mit dem rechten Sprunggelenk und

tragen vermutlich keine Sporteinlagen, oder?” Von der Kompetenz

erfreulich überrascht kann ich nur nicken. Er bringt zwei paar

Firma-unabhängige Schuhe, beide passen eigentlich hervorragend. Ich

entscheide mich für die etwas Teureren, aber dafür auch etwas besser

Gedämpften. Beide Paare waren im Angebot, statt 130 € musste ich nur 80

€ hinblättern. 18 Uhr, wieder daheim. Sofort werden die neuen Schuhe

angezogen und ab gehts an die Isar, gemütliches Tempo um sie

einzulaufen. 19 Uhr, wieder zurück. Der Schlafmangel von letzter Nacht

macht sich bemerkbar, aber das Bett muss noch warten. Erstmal wird

gekocht, Nudeln mit Bolognese-Sauce. Ein großer Teller vor dem

Fernseher und um 21 Uhr lege ich mich dann auch endlich schlafen.

“Hauptgeschichte:”
Sonntag, 24.07.2007, DER Tag ist gekommen.
5:45

Uhr klingelt der Wecker. Noch 2 Stunden, 15 Minuten. Mühsam kletter ich

aus dem Bett und sofort in die Küche. Noch schnell ein Teller Nudeln

vom Vorabend in die Mikrowelle, dazu 1,5 Liter Wasser bis etwa 7 Uhr.

Noch eine Stunde. Fix die neuen Schuhe an, draußen wartet bereits der

Freund, um uns zum Bahnhof zu bringen. Mit den schicken orangen

Stadtlaufshirts ist der MVV ja kostenlos. In der SBahn den

One-Time-Chip für die Zeitmessung noch irgendwie einfädeln, dann ist

alles vorbereitet. 7:30 Uhr, wir sind am Marienplatz. Noch 30 Minuten.

Ein leichtes Bauchkribbeln macht sich bemerkbar. Kurz die

futuristisch-wirkenden Dixi-Klos (http://www.dixi-online.de/cms/index.php?id=82&L=0)

getestet, einen Treffpunkt am Brunnen am Rindermarkt ausgemacht und

wieder zurück zum Start. Es drängen sich schon die Leute im

Startbereich. Anmeldezahl: 17500. Irgendwo ins hintere Drittel von

Block I, das heißt geschätzte Laufeit zwischen 1:00-1:45 Std, drängen,

in der Hoffnung, dass sich auch die anderen Mitläufer nicht

überschätzen. (Letztes Jahr war es ein ganz schöner Zick-Zack-Lauf die

ersten 5 km) Links von uns steht eine Gruppe Japaner (oder waren es

Chinesen?), hinter uns Engländer. Etwa 5m vor uns klettern zwei Damen

über das Geländer, die eine hat bestimmt einen dreifach bis vierfach so

großen Hüftumfang wie wir. Ein Blick genügt um zu wissen, dass Tobi das

gleiche denkt. Einige der Umstehenden werden nervöser. Auch der

Moderator eines Radiosenders, der oben auf der Bühne die Chefs vom

SportScheck und der Abendzeitung begrüßt, wirkt nicht wirklich lässig.

Noch 2 Minuten. Gedanken schwirren mir durch den Kopf: “Geht das mit

fast 10 Monaten ohne Training? Werde ich die 21 Kilometer durchhalten?

Wird mir der Tobi davonlaufen? Was passiert wenn ichs nicht schaffe?

Wird mein Sprunggelenk halten?” Die Blase drückt schon wieder. Bestimmt

die Nervosität. Der Pulsschlag geht etwas schneller. Noch eine Minute.

Der SportScheck-Chef nimmt die Starterpistole in die Hand. Der

Countdown läuft. 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1. Der Schuss fällt. Die Masse von

Block I bewegt sich. Jetzt geht es endlich los!!! Ganze 5 Meter, dann

laufen wir unseren Vordermännern fast in die Hacken. Zu großes

Gedränge. Doch nach wenigen Sekunden geht es langsam weiter. Noch auf

dem Weg zum Odeonsplatz laufen die ersten Jungspunte in flinkem

Zick-Zack durch die Massen. Wir können uns ein Grinsen nicht

verkneifen, den Fehler hatten wir letztes Jahr auch gemacht. Es

herrscht immer noch großes Gedränge, aber wir unterhalten uns, lachen

ein bisschen über andere Mitläufer und kommen an den ersten “älteren”

und bisschen “umfangreicheren” Leuten vorbei. Das kann uns nur noch ein

leichtes Kopfschütteln abgewinnen. Wir sind im Englischen Garten

angekommen, das 2 km Schild steht an der Seite. Fast 10% sind schon

geschafft. Ganz langsam hat man etwas mehr Platz und man kann ein

bisschen schnelleres Tempo laufen. Doch alles noch “Aufwärmphase”. Paar

hundert Meter weiter, das rechte Knie meldet sich leise zu Wort. Jedoch

noch nicht so schlimm, die Schmerzen sind gut auszuhalten, aber die

Blase drückt noch immer. Wir werden etwas schneller, die normale

Geschwindigkeit ist fast erreicht. Kilometer 4, ich verschwinde kurz

hinter einem Busch, Tobi läuft das Tempo weiter. Kurze Zeit später, die

erste Verpflegungsstation. Zwei Griffe und ich habe ein Becher Wasser

und 3 Bananenstückchen in der Hand. Der Becher landet in einem der

großen Kartons, die als Mülleimer dienen, danach gehts genüsslich ans

kauen. Kilometer 5, ein leichtes Drücken kommt aus dem Sprunggelenk.

Ich versuche, das linke Bein etwas mehr zu belasten, um das rechte ein

bisschen zu schonen. Kilometer 6, ich bin nach 2 Kilometern wieder bei

ihm angelangt. Wir überholen die ersten schon schweratmenden Mitläufer

und denken uns unseren Teil dazu. Ein paar stehen auch schon an den

Bäumen und dehnen ihre Beine. Auch wir spüren langsam unsere

Oberschenkelmuskeln. Die Trainingspause macht sich bemerkbar. Doch der

Wille zählt und wir laufen bei gleichem Tempo weiter. Manche überholen

uns, einige fallen auch zurück. Jetzt ist genug Platz um sich

einigermaßen zu bewegen. Auch die ersten Besucher treffen im Englischen

Garten ein, um der orangen Kolonne zuzuschauen und oft auch anzufeuern.

Ein paar haben auch Plakate dabei wie “Fanclub Trudering grüßt Susi +

Schorsch”. Erstaunlich wie man sich durch ein bisschen geklatsche und

getröte motivieren lässt. Das Wehr in Oberföhring zieht an uns vorbei,

ein Drittel ist geschafft. Die Oberschenkel werden etwas schwerer, aber

kein Grund langsamer zu laufen. Die Kilometer ziehen sich in die Länge.

Wir unterhalten uns weiter und warten auf die nächste Trinkstation.

Eigentlich hatte der Moderator vorhin doch gesagt, bei etwa 4,8,12, und

16 km sollten sie sein. Wir erreichen den Föhringer Ring und immer noch

nichts vom kühlen Nass zu sehen. Bei vielen Läufern sieht man schon

einen schweren Gang und den “starren Blick”. Einige Shirts schon

durchgeschwitzt. Das Schild mit Kilometer 10 kommt vorbei, man gewinnt

den Eindruck, die Abstände zwischen den Schildern werden größer. Doch

die Hälfte ist geschafft. Auch Tobi beklagt sich zunehmend über

z(w)ickende Oberschenkel, aber die Atmung ist bei uns erstaunlich ruhig

und wir können immer noch gut miteinander reden. Ein kleiner Junge

läuft an uns vorbei, vielleicht 10-12 Jahre alt. Von der Leistung

überrascht bricht Tobi mitten im Satz ab. Kaum zu glauben, ein Bub

läuft uns davon. Kurz danach hören wir ein Stampfen hinter uns, ein

anderer Läufer, vermutlich um die 20, mit Skater-Schuhen, also mit

dicker und kaum gedämpfter Sohle, zieht an uns vorbei. Das ist das

erste Mal, dass wir an unserem Tempo zweifeln. Dann endlich, kurz nach

Kilometer 12, die lang ersehnte Verpflegungsstation. Aber was ist das?

Ich entdecke keine Bananen und muss mich nur mit Wasser zufrieden

geben. Auch Tobi beschwert sich dass es keine Apfelschorle, sondern nur

Wasser gibt. Unsere Motivation singt etwas und wir werden deutlich

langsamer. Wir brauchen gefühlsmäßig ewig für die nächsten 4 Kilometer

bis zum nächsten Stand. Tobi bekommt mehr und mehr Probleme mit den

Beinen. 2 Mal kurz davor zu gehen, schleppte er sich weiter bis zur

Brücke kurz nach Kilometer 16. Er geht ein paar Meter, ich laufe wieder

mit schnellerem Tempo weiter. Glücklicherweise nur ein ziehen im

Oberschenkel, aber keine Krämpfe. Auch die Schmerzen in Knie und

Sprunggelenk sind auszuhalten. Die Brück hinunter war zu genießen und

man konnte die Beine mal ein bisschen ausschütteln. Jetzt laufen fast

alle mit schmerzverzerrtem Gesicht, der Blick nur noch gerade aus, eine

bissige Mine zeigend. Ich amüsiere mich darüber und laufe mit einem

Grinsen schneller weiter. Hinter mir kommen Sprüche wie “wenn man eben

erst angefangen hat zu laufen, kann man das Tempo noch gehen”. Das

führte eigentlich zu einem Dauergrinsen und mehr Spaß, was zur Folge

hatte, dass ich nocheinmal die Geschwindigkeit erhöhte. Dadurch wurden

die Schmerzen zwar größer, aber das war eigentlich egal. weiterlaufen

weiterlaufen weiterlaufen. Kilometer 18, gerade überhole ich eine

kleine Gruppe, die schon bei kilometer 12 an uns vorbeigelaufen war.

Ein Blick auf die Uhr des Läufers neben mir: 1 std 29 Minuten 30

sekunden. Noch 3 km bis ins Ziel. Die Luft macht gar keine Probleme,

und immer noch lachend ziehe ich noch einmal richtig an. Die Schmerzen

werden noch stärker, doch das Gehirn schaltet einfach ab. Der Wille

zählt. Die letzten 3 Kilometer fliegen dahin, erst schild mit kilometer

19, dann das mit 20 am Eingang vom Hofgarten. Als Slogan steht hier

drauf: “Nur noch wenige Meter, gleich ist’s geschafft”. Der

Steigerungslauf beginnt. Die letzten Kräfte werden mobilisiert. Durch

den Hofgarten, am Odeonsplatz vorbei an amüsiert lachenden Polizisten

(die als dank ein strahlendes Gesicht erwiedert bekommen haben), hinein

auf die Zielgerade. Doch die zieht sich ewig dahin. Noch eine letzte

Geschwindigkeitsverschärfung und die letzten 70-80 Meter fast im

Sprint. Dann endlich durch das Ziel. Ein Blick auf die Uhr des Läufers

neben mir verrät mir die Zeit: genau 1 Std 40 Minuten sagt seine Uhr.

Die Faust geht nach oben, ein befreiendes Lachen und ein leichter

Hoppserlauf bis nach hinten zur Verpflegungsstation. Uns wird das

Adelholzener active o2 und Erdinger Alkoholfrei angeboten, auch

kostenlose Massagen würde es geben, wenn man sich anstellen will.

Gemütlich gehe ich zum Treffpunkt. Die wenigen Stufen hinauf zum Brunnen sind eine Qual, die Beine wollen nicht mehr und werden von Krämpfen geschüttelt. Schnell setze ich mich oben auf die Mauer und warte eine Viertelstunde auf

Tobi. Bleiben noch kurz hocken und trinken unser Wasser.

Danach geht’s dann langsam zur Sbahn, die wir natürlich um eine Minute

verpasst hatten. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch, wir

hatten es geschafft! Den Halbmarathon durchgehalten, sogar in einer

passablen Zeit.

FAZIT:
Training hin oder her, Laufen macht Spaß :)


















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