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Swiss Alpine... K42...

Von lsschweizer am 03.08.2011

Mein letzter Beitrag ist schon eine Zeit her...

Im November hatte ich die Idee dieses Jahr beim Swiss Alpine Marathon auf der Strecke des K42 zu starten. Aber Juli war immer so weit weg...

Nun war es auf einmal soweit... Am Freitagmorgen gings los aus dem derzeit nicht sehr sommerlichen Villingen-Schwenningen nach Davos. Meine Freundin begleitete mich.

Der Wetterbericht hatte mich veranlasst alle möglichen Kombinationen an Laufkleidung einzupacken. Lang-Lang, Kurz-Kurz, Lang-Kurz und Kurz-Lang. Am Wochenende vor dem K42 hatte es noch geschneit und unter 0 Grad an der Keschhütte.

Nach 3,5 Std. vignettenfreier Fahrt kamen wir in Saas am Hotel an. Freudig wurden wir im Hotel empfangen. Kurz die Sachen abgeladen und dann ab nach Davos.

Glücklicherweise hatten wir direkt am Sportplatz einen Parkplatz gefunden. Nach einem kurzen Abstecher zum MINI-Lauf der gerade stattfand, begaben wir uns in das Kongresszentrum die Startnummer abzuholen.

Mit der Startnummer 2573 wurde ich in die zweite Startgruppe, welche eine Stunde später als die erste Gruppe um 11.30Uhr starten sollte, gesteckt. Darüber war ich eigentlich sehr erfreut, weil dies mehr Zeit zum Frühstücken und schlafen bedeuten würde. Nach ein paar kurzen Blicken auf die Auslagen an den Ständen gingen wir die Promenade hinab. Wir entschlossen uns mit der Seilbahn auf die Schatzalp zu fahren. Wobei Seilbahn der falsche Begriff ist.

 

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(Bahn auf die Schatzalp)

Oben angekommen genossen wir bei einem kleinen Vesper die Aussicht über Davos.

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(Blick auf Davos)

Frisch gestärkt folgten wir den Wegweisern des „Wasserfall Rundwegs“.  Nach ca. 1 Stunde waren wir wieder an der Schatzalp angekommen.

Als wir wieder im Tal ankamen, auf einmal ein ganz anderes Bild. Die Straßen waren voller Menschen, für Autos gesperrt und in den zwei Stunden auf der Schatzalp wurden Stände um Imbisse aufgebaut. Auf diesem Markt versorgten wir uns für diesen Abend und begaben uns dann zurück nach Saas ins Hotel, dort klärten wir noch den Frühstückszeitpunkt gegen 8 Uhr.

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(Straßenfest in Davos)

Als der Wecker um 7 Uhr klingelte begann der große Tag…

Mein erster Gedanke war, nun starten die K78er… Also auf zum Frühstück… Nach einem kräftigen Frühstück stand ich vor der Kleiderwahl… Ich wählte eine kurze Hose, Kompressionsstrümpfe, ein langes Kompressionsshirt und darüber das kürzlich gewonnene „Tiger Balm Shirt“ darüber. Genau richtig wie ich später feststellen sollte.

Anschließend gings auf zum Bahnhof in Davos Platz. Am Bahnhof warteten bereits eine Menge Läufer. Als der Zug pünktlich vorfuhr verabschiedete ich meine Freundin, welche sich dann ins Schwimmbad von Davos aufmachte. Im Zug gab es eigentlich nur ein Thema… Richtig gekleidet? Was erwartet uns? Die Fahrt allein war allerdings schon sehenswert. Durch etliche Schluchten und über das berühmte Viadukt, neben uns die K78er Läufer. Diese wurden aus dem Zug frenetisch angefeuert. In Bergün angekommen ging es auf zum Start… Unterwegs wurden die gerade das Dorf passierenden K78er ebenfalls frenetisch von allen angefeuert.

Am Start angekommen kurzes Einlaufen und dann gebanntes warten auf den Start… Die eingespielte Musik verursachte das ein oder andere Gänsehautgefühl.

10,9,8,7,6,5,4,3,2,1….. Dann der Startschuss. In einem kleinen Anstieg ging es los. Nach einer langgezogenen Kurve ging es bergab nach Bergün. Ab nun teilte man sich die Strecke mit den K78ern. Die Stimmung in Bergün war gigantisch.

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(Start in Bergün)

Die Stimmung beflügelte mich auf den ersten 5km… Durch ein Tal ging es langsam aber stetig bergauf.
Dann bei km 4,7 der erste heftige Anstieg. Zwar nicht lange aber zu steil um diesen laufend zu bewältigen. Oben angekommen erreichten wir die erste Verpflegungsstation. Ein Schluck Iso trinken um nur nicht in die Nährstoffschuld zu kommen und weiter laufen… Bis km 10 in Chants war Laufen auch trotz der Steigung kein Problem und die Kilometer folgen in 5:30-6:30km vorbei.  Dann in Chants nochmal eine mega Stimmung. Beim Verlassen des Dorfes ahnte ich aber noch nicht was dann auf den nächsten 6 Kilometer bis zur Keschhütte folgen sollte. Anfangs ging es in Serpentinen einen breiten Waldweg hinauf. Hier lief von den K78er keiner mehr. Verständlich… Und eventuell würde ich es nun auch machen, wenn ich gewusst hätte wie hart der Anstieg noch werden sollte.  An der Verpflegungsstelle in Valzana bog der Weg auf einmal in einen kleinen Pfad ab, welche sich steil den Berg hochschlängelte… Die nächsten 1,5km bedeuteten 350 Höhenmeter zu bewältigen… Zusätzlich wurde auch die Luft nun über 2000m immer dünner. Laufen war hier nicht mehr möglich… Steil bergauf wandern kämpften sich die Läufer hinauf. Das Gelände wurde schroffer und steiler… Die Bäume wichen langsam und der Weg wurde steiniger… Ich ging die Steigungen und rannte die flachen Zwischenstücke. Bei Km 15 dann ein Blick nach oben… „WAS?? Das ist die Keschhütte?“ Diese thronte schier unerreichbar über unseren Köpfen. Der Aufstieg war beschwerlich, zumal es nun zu regnen begann… Der starke Wind machte den Aufstieg zusätzlich beschwerlich.

Oben angekommen putze der Fotograph gerade sein Objektiv, deshalb kein Foto von mir an der Keschhütte… Kurz vor der Zeitnehmermatte, die Frage eines Streckenarztes an jeden Teilnehmer: „Noch alles ok?“ Ich bestätigte und überquerte bei 2:08std die Matte. Eine warme Suppe und zwei Iso-Drinks später ging es wieder herab von der Keschhütte. Das angebotene Regencape lehnte ich dankend ab… Hätte ich es nur genommen in diesem Moment. Nun führte uns der Weg wieder bergab bis nach Platta Naira auf 2300m.

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(Abstieg von der Keschhütte)

Die Geschwindigkeit war allerdings von den Vorläufern vorgegeben… Einige versuchten zwar waghalsig zu überholen, wurden aber allzu oft durch einen Sturz des besseren belehrt. Inzwischen hatten ein starker Regen und ein strenger Wind eingesetzt. Und dann auf einmal eine Wand vor uns. Der Aufstieg zum Sertigpass. Oben auf der Wand bewegten sich kleine bunte Punkte. DA SOLLEN WIR HOCH? In Sartiv auf 2500m, entschloss ich mich dann ebenfalls ein Regencape zu nehmen… Nach einer anstrengenden Klettertour war der höchste Punkt der Strecke der Sertigpass erreicht. Hier vermischte sich der Regen mit einigen Schneeflocken. Die Suppe die es hier gab, war in diesem Moment ein 5-Sterne Menü für einen ausgekühlten erschöpften Läufer.

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(Endlich oben auf dem Sertigpass)

Der Abstieg nach Sertig sollte sich als schwer erweisen. Durch den Regen und die vielen Vorläufer war die Strecke matschig und dadurch rutschig. Durch ein Geröllfeld bahnte sich das Läuferfeld den Weg. Hier merkte ich zum ersten Mal einen Anflug eines Krampfes. Und dies schon bei km 22. Das machte mir etwas Sorgen. Der Weg wurde allerdings immer breiter und wir verloren schnell an Höhe. An der Chleinalp passierten wir wieder die 2000m Marke, auf 6km waren wir also gute 800 Höhenmeter abgestiegen. In Sertig Dörfli dann der Höhepunkt… Eine Stimmung wie ich sie bei einem Lauf bisher noch nicht erlebte… Jeder Läufer wurde gefeiert wie ein Champion… Die Kinder wollten mit einem Abklatschen und eine Laola-Welle jagte die nächste. Bei Kilometer 30 nochmal ein steiler Anstieg, welchen ich nur noch gehend bewältigen konnte.

(Total am Ende beim letzten großen Anstieg)

Die rechte Wade begann doch deutlich Probleme zu bereiten. Ich griff an der Verpflegung sowohl zu Iso, als auch zu Cola. Die nächsten Kilometer führten auf gleicher Höhe bleibend auf einem schmalen Höhenweg durch einen Wald. Untereinem wurde das Tal breiter und so langsam fragte ich mich wann es denn die letzten Höhenmeter abwärts gehen sollte. Kleinere Anstiege musste ich gehend bewältigen, weil mehr einfach nicht drin war… Nun rächte sich eventuell das Laufen am Anstieg nach Chants. Bei km 33 ging es dann Abwärts. Allerdings war abwärtslaufen inzwischen zu einem ziemlichen Kraftaufwand geworden… Meine Füße hatten genug davon. Die ersten Häuser und das Ortsschild von Davos Claavadel beflügelten mich aber nochmals. Noch 7km sagte ich mir… und weiter gings. Im Mattawald, dann die ersten Fetzen vom Stadionsprecher aus Davos unter uns… ebenso wie Musik… Gerade wurde verkündet, dass Jonas Buud wieder einmal, das 5. Mal in Folge, den 78er gewonnen hatte… Wenn ich in diesem Moment einen Hut aufgehabt hätte, hätte ich diesen gezogen… Auch für uns ging es nun abwärts nach Davos. Durch die Straßen von Davos, mit reichlich applaudierenden Menschen am Rande erreichte ich den Eingang des Sportplatzes. Ab hier schwebt man wie auf einer Wolke… Die Stimmung trägt einen die letzten 300m ins Ziel… Und auf einmal war es da… Im Ziel… 5:33std…Platz 427.

(Zieleinlauf)

 

Ich ließ mich erst einmal auf den Boden fallen und war überglücklich. Nach einiger Verpflegung im Ziel nahm ich mein Finishershirt und die Medaille in Empfang… Man war ich Stolz. Meine Freundin empfing mich und beglückwünschte mich. Nach einigen Dehnübungen begab ich mich in einem seltsamen Gehstil zu den Duschen. Anschließend begaben wir uns ins Kongresszentrum um an der Finisher Party Teilzunehmen… Nach der Siegerehrung und der Verlosung und einer Stärkung und meinem „Siegerbier“ fuhren wir zurück ins Hotel. Der Muskelkater war doch schon relativ stark.

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(YEAH!!)

Am nächsten Morgen dann Austausch mit zwei 78ern am Frühstücktisch… Und der Gedanke… NIE WIEDER… Wo kann man sich für den K78 sofort anmelden??

Nach dem Auschecken ging es zurück. Nach 2 Stunden Zwischenstopp in Konstanz in der Sonne am Bodensee, war der Trip zu Ende.

Heute nun das erste Mal wieder Laufen… Gemütliche 4,3km gegen den immer noch vorhandenen Muskelkater…

Aber die Erinnerungen bleiben…. Wahnsinn, Fantastisch, Phänomenal…

 

Davos 2012 ich komme….!!

 

Kommentare

Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu deinem persönlichen Triumph.

Nach Davos muss man einfach hin, vielleicht noch eher als nach Biel.

Durch deinen Bericht bin ich die Strecke nochmals mitgelaufen, war 2003 zum K78 dort. Damals verlief die Strecke nach der Keschhütte über einen Panoramatrail zum Scarletta Pass. Hatte damals, wie das Muli wohl mehr Glück mit dem Wetter. 

 

Viele Grüße aus Wiesbaden

Ralf

Mitgelitten, mitgefreut, super Bericht!

danke Lars, Grüße Traumboot

für DEN Bericht, für DIE Leistung...Hut ab!!! >Leider kann ich dir nur ein Herzchen geben. bin begeistert!

liebes grüssle

tt

Mensch Mensch Mensch.

Meinen herzlichsten Glückwunsch - von einem der genau weiss was Du geleistet hast.

Ich war 2010 beim Jubiläumslauf mit von der Partie. Zusammen mit emma und einigen Ihrer Freunde aus dem Lauftreff haben wir den 42er und einige auch den 78er gelaufen.

Allerdings hatten wir richtiges Kaiserwetter, nur blauen Himmel und kein einziger Tropfen Regen.

Bei der Stelle "beim Einlauf ins Stadion ... Gänsehaut..." daran kann ich mich super erinnern. Die Gänsehaut bekomme ich schon beim puren dran denken.

Wirklich grandios was da an Gefühlen durch den Körper maschiert.

Der weiche Boden auf der Laufbahn, die vielen Menschen, die Hammermusik die durch den ganzen Ort zu hören ist .... Wahnsinn.

 

Jetzt erhole Dich mal schön und dann geht es wieder raus zum Laufen :-))

 

weiterhin viel Spass beim Laufen und bis bald .... das Muli

G R A N D I O S

Da strahlt mein Läuferherz ;-).

Danke für diesen tollen, erlebnisnahen Bericht - mit Fotos - genial! Da macht das Lesen doppelt Spaß. Glückwunsch zu deiner Leistung und ich wette, du läufst 2012 die K78, stimmts *g*.

Erhole dich gut und weiterhin viel Erfolg,

sportliche Grüße, Beff

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