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13. Köln Marathon: Ziel erreicht

Von meberl am 06.10.2009

Am 04.Oktober.2009 war es soweit. Ein Jahr Vorbereitung ist vergangen: Viele Kilometer bin ich gelaufen. Ich fühlte mich wie vor einer riesen Prüfung - es gab kein Zurück mehr.

Am Abend zuvor gab es ein umfangreiches Essen in Extra Blatt, um nochmal richtig Energie zu tanken. Mit Erschrecken stellte ich fest, dass ich im letzten Block (grün) starten sollte. Die Anmeldung lag ein Jahr zurück und meine Zielzeit damals war unter 4 Stunden. Das Ziel hat sich jedoch verändert und nun wollte ich auf meinem Marathon Debüt unter 3 Stunden laufen. So hatte ich mich vorbereitet. Die Hotline und Security konnte mir leider nicht helfen und verweisen mich in den letzten Block. Nagut, dachte ich bei mir, so werde ich niemals unter 3 Stunden kommen. So ging ich, gut hydriert, mit meiner Frau an den Start.

Am Morgen des Wettkampfes war es ziemlich frisch und stark bewölkt. Ich hatte Gänsehaut und mir wurde richtig kalt. Damit ich nicht ganz unterkühlte, suchte ich eine Plastik Tüte an den Startblocks. Eine freundliche Security Dame aus Köln, wies mich darauf hin, dass an einem Platz ein paar Maleranzüge liegen würden, die sicherlich wärmer halten würden. Ganz in Weiss wurde es mir im Maleranzug bald auch wärmer. Jetzt konnte ich den Start schon fast nicht mehr abwarten. Jetzt gab es kein zurück mehr. Was getan ist, ist getan; Mehr war nicht drin. Es waren 11.000 Marathon Läufer am Start. Ich habe mich ganz nach vorne hingestellt, damit ich zumindest den letzten Block nicht komplett überholen musste. 22 Minuten nachdem der Startschuss fiel, durften wir loslaufen. Es ging gleich mit Tempo 3:30 min/km los und ein paar Wenige liefen mit mir vorraus.

Ab diesem Zeitpunkt habe ich nur noch Läufer überholt. Es waren unzählbar viele und oft war es schwierig an die Menschen Mengen vorbei zu kommen. Weil es kühl war konnte ich Tempo machen ohne viel ins Schwitzen zu kommen. Es ist gut gelaufen. Meine Frau hat mich an sehr vielen Stellen unterstützt und mir zugerufen - es war unglaublich, sie ist mit der U-Bahn durch ganz Köln gefahren: RIESEN LOB. So viel Menschen, die ganze Strecke waren trotz des Wetters viele Zuschauer und Helferlein. Bis zum Halbmarathon lief alles sehr gut. Die zwei einzigen, die mich überholten, hatte ich ab Kilometer 25 eingeholt und nicht wieder gesehen. Mit Tempo ging es bis Kilometer 38. Ab 31 km fingen meine Beine an nicht mehr so richtig zu wollen. Das Tempo machte sich bemerkbar und die Kräfte schienen zu schwinden. Eine Tube Proteine und eine Tube Energie sollten mir wieder etwas Kraft geben. Etwas Wasser nach gespült und weiter ging es. Leider habe ich ab diesem Zeitpunkt mit dem Magen Probleme bekommen, das bremste mich etwas aus. Mir war klar, wenn ich es übertreibe bin ich raus. Es war nicht mehr so leicht richtig Tempo zu machen. Ab 37 km bekam ich zusätzlich Probleme mit der Atmung. Der Marathon wurde nun richtig hart. Von den Menschen Massen getragen, konnte ich nochmal alles geben. Als ich das Ziel sah und die Deutzer Brücke hinunter lief, gab ich nochmal richtig Gas.

Im Ziel angekommen, konnte ich nicht glauben, dass es vorbei war. Ein Jahr Vorbereitung und der 13. Köln Marathon war vollbracht. Es war mir nicht mehr möglich zu laufen. Mit ganz kleinen Schritten bewegte ich mich langsam vorwärts und versuchte mich zu beruhigen. Lächelnd schlug ich mit anderen Läufern in die Hände und freute mich über den gelungenen Lauf. Das war er nun, mein Marathon Debüt. Etwas irritiert suchte ich den Weg zur Bahn, damit ich zum vereinbarten Treffpunkt zu meiner Frau (Alter Wartesaal am Bahnhof) kommen konnte.

Unter 3 Stunden habe ich an meinem Marathon Debüt nicht geschafft. Allerdings bin ich den Marathon in Köln in 3:08 Stunden gelaufen. Damit bin ich sehr zufrieden und bedanke mich bei meiner Frau, meinen Freunden & Familie, Michael, Herbert Steffny für die sehr guten Tips in den Büchern und allen Freunden des Sports, die den 13. Köln Marathon zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht haben.

Danke. Danke. Danke.

Eines möchte ich noch sagen: "Eine kleine Glücksträne habe ich vergossen im Ziel und (ihr mögt es mir verzeihen) ein kleines bisschen war ich auch stolz auf mich."

Danke.

PS: Am 11.Oktober.2009 werde ich am Start vom München Marathon sein und wer weiss... vielleicht werde ich dort die 3 Stunden Grenze unterschreiten...

Mein Weg zum Köln Marathon könnt Ihr auf meinem Blog einsehen: http://www.laeufertagebuch.de

Kommentare

schade, dass es mit den 3h nicht geklappt hat (bei mir übrigens auch nicht, bin in Berlin 3:04 gelaufen)... aber mit einem Marathondebut von 3:08 kannst du mehr als zufrieden sein, klasse Leistung!

Meinen Glückwunsch zu Deiner großen Leistung! Meinst Du, es ist wirklich richtig, nach diesem für Dich doch sehr anstregenden Lauf direkt noch einen Marathon volle Pulle zu laufen? Ich weiß ja nicht...

sehr schön beschrieben :).... und du willst tatsächlich 1 Woche später noch einen Marathon laufen??? Da ist Erfahrungsbericht Pflicht;)))

grüßle traudl

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