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Der StrongmanRun 2009 in Weeze ... oder wie ich die Welt erobere... Teil 1

Von movieZone am 04.02.2009

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StrongmanRun in Weeze 2009
...oder wie ich die Welt erobere...

Ja, ich war so verrückt und habe mich nach der Teilnahme 2008 auch in diesem Jahr wieder für den StrongmanRun angemeldet. Im letzten Jahr ging es ja noch, doch in diesem Jahr sind mehr Kraft, Ausdauer, Überwindung und Durchhaltevermögen gefragt.
Achja: Schwimmhäute wären auch nicht schlecht, da die Teilnehmer gleich mehrfach durch kalte Untiefen gescheucht werden – und ich mittendrin! Naja, ich habe mich darauf eingelassen und werde das Ding schon schaukeln!
Aber der Reihe nach, denn nach der Veröffentlichung des Streckenplans habe ich mir einen „Schlachtplan“ zurecht gelegt:
- Nach ein bisschen joggen geht es an die ersten vier Shelter, die es zu Überwinden gilt. Wahrscheinlich habe ich, obwohl ich es nicht vorhabe aber sicher nicht anders kann, bis dorthin schon einen Spurt hingelegt und lege mich auf den vier Hügeln mehrfach auf die Nase. Aufgrund des rutschigen Betons hole ich mir dabei blutige Knie und Schürfwunden an Armen, Beinen und im Gesicht...?
- Dann kommt die Druckkammer, in der wahrscheinlich eines meiner Lieblingslieder zum Besten gegeben wird, was mich dazu ermuntert einfach mal drei Minuten zu verweilen...
- Frisch ausgeruht geht es dann ein paar Kilometer weiter. Jetzt überhole ich die fünf Jungs auch wieder, die sich in ihrem gemeinsamen Raupenkostüm in der Druckkammer an mir vorbeigeschlichen haben.
-Die dann anstehende „Reifeprüfung“ wird dann aber zum erneuten Rückschlag: Ich verheddere mich in LKW- und Smart-Reifen, bin orientierungslos und laufe zunächst in die falsche Richtung. Dies bemerke ich erst, als mir die Raupe entgegen kommt. Ich denke „jetzt zeige ich es euch aber...“ überhole das Fünfer-Pack, stolpere aber auf den letzten zwei Metern, was der hinter mir befindliche 120-Kilo-Mann schamlos ausnutzt und gnadenlos über mich hinweg steigt. Neben den diversen Schürf- und Kratzwunden ist nun auch der Rücken angeknackst, was mich aber nicht entmutigt – schließlich habe ich schon ca. 4 Kilometer geschafft...

- Glücklicherweise ist es bis zum nächsten Hindernis nicht allzu weit, zu dem ich mich mit letzter Kraft rette. Jetzt sind meine Skills als Spider-Man gefragt, denn der anstehende An- und Abstieg soll über ein überdimensionales Netz erfolgen. Noch beim Anstieg ziehe ich locker an der Raupe vorbei – hehehe. Doch dann der nächste Schock – voller Glückseeligkeit werde ich erneut übermütig und verfange ich mich beim Abstieg so stark im Seilgewirr, dass mich Streckenposten mit einer Heckenschere befreien müssen, was einige Minuten in Anspruch nimmt und dem halben Teilnehmerfeld genug Zeit gibt, um an mir vorbei zu ziehen.
-„Egal, jetzt kommen die anspruchsvollen Hindernisse, da zeig ich`s euch“ geht durch meinen Kopf, während ich auf „Bifröst“ den acht Meter hohen und ständig mit Wasser überzogenen Shelter zusteuere. Ich komme näher... „ohh Scheiße ist das hoch“ denke ich nun, ohne mir aber etwas anmerken zu lassen. Es sind zu viele Streckenposten da, so bleibt mir keine Wahl: Ich muss das Hindernis nehmen und benötige rund acht Minuten hinauf an die Spitze, wobei mir vier mit Flachmännern bewaffnete Mädels im Dirndl helfen überhaupt dort hoch zu kommen. Dort angekommen erblicke ich in weiter Ferne die Raupe, die schon das nächste Hindernis hinter sich gelassen hat...
- Es sieht so einfach aus, doch ist es die Hölle, denn nun geht es auf allen vieren durch einen Drahtverschlag – und das auf Beton. Feinster Kies, kleine Steine und Staub bahnen sich den Weg durch meine Wunden in mein Fleisch – doch ich bin stark und hoffe, dass sich meine Tränen mit dem Schweiß vermischen, der in Strömen von meiner Stirn hinunter läuft.

- Gut, niemand hat etwas bemerkt. Es geht weiter. Jetzt steht die „Schiefe Bahn“ an auf der ich locker am 120-Kilo-Mann vorbei ziehe, dessen Fußabdruck ich noch immer auf meinem Rücken spüre. Anschließend geht es in den „Matsch-Pitt“. Wieder durch ein gerade einmal 60 Zentimeter hohes Hindernis hindurch, doch diesmal durch knöcheltiefen Matsch. Neben den kleinen Steinen und allerlei Dreck gelangen nun auch jede Menge Bakterien durch meine Wunden in den Körper. Es brennt, kratzt und juckt. Und als wenn das nicht schon genug wäre, bin ich schon jetzt am Ende meiner Kräfte. Und der 120-Kilo-Koloss kommt unaufhörlich näher. „Jetzt bloß nicht schlapp machen“ denke ich im Angesicht des sich unausweichlich androhenden Unglücks. Doch es hilft alles nichts, keine sechs Meter später überrollt mich die lebende Dampfwalze und drückt mich tief in den Dreck. Nachdem mich zwei weitere Teilnehmer nicht bemerken und ausdruckslos über mich hinwegrobben, ziehe ich mich aus dem Schlamm und krauche die letzte Meter aus dem Hindernis, wobei mich die mittlerweile stark angetrunkenen Mädels im Dirndl wieder retten und von hinten durch den Parcour schieben.

- Jetzt geht es durchs „Loch Nass“. „Klasse“ murmele ich mir in den Bart „eine gute Gelegenheit die Wunden mal auszuwaschen und den einen oder anderen Gegner zu überholen“. Doch wieder kommt es ganz anders: Die Wunden brennen, das Wasser ist  A...kalt und ich kann mich kaum bewegen. Meine Gelenke scheinen eingefroren, die Muskeln ausgesaugt und das Gehirn abgeschaltet. Wie ein Zombie warte ich durch das kühle Nass und werde in das letzte Viertel des Teilnehmerfeldes durchgereicht. Nach gefühlten vier Tagen erreiche ich schließlich das rettende Ufer und fühle mich wie Robinson Crusoe, als dieser nach seiner Havarie völlig ausgelaugt am Strand der einsamen Insel angespült wird. Wieder sind es die Mädels, die mich mit einem Schluck aus ihrer Pulle zu neuem Leben erwecken.

- Frisch gedopt steuere ich auf dem großen Sandhügel zu, der zunächst kein großes Hindernis zu sein scheint. Doch weit gefehlt, meine Beine sind schwer wie Blei, mein Blutkreislauf ist quasi ausgeschaltet und mein Kopf ist leer. Doch die von hinten drängenden Menschenmassen schieben mich über den Berg. 10 Hindernisse sind also geschafft – nur noch 22!!
- Nun steht der „Golf von Weeze“ an, was es mir kalt den Rücken runter laufen lässt. Doch jetzt scheint der Schnaps endlich zu wirken – ich nehme das Hindernis völlig problemlos. Spüre keine Kälte, keinen Schmerz, keine Erschöpfung. „Ich bin Superman“ denke ich und ziehe einen unnachahmlichen Spurt zum nächsten Hindernis an, an dem ich den 120-Kilo-Sumo einmal mehr locker überhole. Auch das nächste Wasserhindernis, der „Canale Grande“ kann mir nichts anhaben. Jetzt bin ich in meinem Element, überquere das Schwimm-Hindernis schneller als Jesus übers Wasser ging und habe fast zur Raupe aufgeschlossen, die langsam an ihre Grenze gelangt zu sein scheint.
- „The Rock“ nennt sich die nächste Hürde und hier lasse ich der Raupe keine Chance. Ziehe an ihr vorbei und kann mir ein „macht`s gut ihr Loser“ nicht verkneifen. Dicke, schwere, matschige und eiskalte Füße können mir nichts ausmachen – ich bin ein Tier! Doch halt, warum fühle ich wieder Kälte? Und wo sind die Weiber mit dem Doping hin?

- Gerade jetzt, als „Die Wanne“ ansteht spüre ich meinen Körper wieder. Dennoch kämpfe ich mich tapfer durchs Wasser und schaffe es sogar ein paar Leute hinter mir zu lassen und mich so ein wenig näher an die Podiumsplätze heranzukämpfen. 10 – 12 Positionen dürfte ich gut gemacht haben, was mich einem Platz unter den Top 5000 näher bringt.
- Die nun anstehende Laufstrecke nutze ich, um mich ein wenig umzusehen. Die Raupe und der Yokozuna sind weit hinter mir und ich werde langsam warm – der Sieg rückt wieder in greifbare Nähe. Ich schwebe auf einem Teppich über Bagdad, spiele mit E.T. Tipp-Kick und lasse mich von Heidi Klum mit Weintrauben füttern. Ich habe im Lotto gewonnen, wurde zu Mr. Universum gekührt und habe durch einen 4:1-Finalsieg über Brasilien, in dem ich vier Treffer erzielte und zwei Elfmeter hielt, mit Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Doch jetzt stehe ich vor einer drei Meter hohen Strohballenhürde, die genommen werden muss. „Wie komme ich denn hier hin, was mache ich eigentlich hier?“ schießt es mir durch den Kopf, während mir bewusst wird, dass alles nur ein schöner Traum war. Völlig enttäuscht, dazu durstig und hungrig mache ich mich daran die scheinbar unüberwindlichen Hürden zu meistern. Ganze 12 Minuten später habe ich die ersten beiden Hindernisse geschafft und mogele mich an den noch folgenden Strohwänden vorbei, ohne dabei von den Streckenposten entdeckt zu werden. Nun geht es auf die Zielgerade, die ich nach weiteren acht Minuten erreiche. 9 Kilometer, also die Hälfte der Strecke sind geschafft, ich habe 1 Stunde, 27 Minuten und 22 Sekunden gebraucht und mache mich nun auf die zweite Runde, wobei mir auffällt, dass ich mich sputen muss, wenn ich die Gesamtstrecke in unter zwei Stunden schaffen will. Aber egal, denn ich kenne die Strecke ja jetzt...

 

wie es weitergeht, erfahrt ihr in den nächsten Tagen. Freut euch drauf...

Kommentare

Hallo MovieZone! Cooler Bericht! Macht Appetitt auf solch eine Anstrengung! Respekt für Deine Leistung

Lach! Klasse!

Ich freue mich auch schon auf die Fortsetzung und erst auf den Bericht nach dem Original…

Viele Grüße, Christiane

P.S. Ich träume ja auch davon, da mal mitzumachen, aber wenn die die Anforderungen jedes Jahr höher schrauben, komm ich mit Trainieren wohl nicht nach…

Ein Bombenblog. Freue mich schon auf Teil 2.

Viele Grüße

dirka

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