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Meseret Defar läuft Weltrekord in Oslo

Von mspnews am 18.06.2007

Die 23-jährige Olympiasiegerin Meseret Defar hat die Weltrekord-Tradition bei den Bislett Games fortgesetzt und in Oslo zugleich den Ruf des Leichtathletik-Golden-League-Meetings gerettet.

Denn während die Äthiopierin in 14:16,63 Minuten zu einem 5.000-m-Weltrekord stürmte, blieben die Leistungen in einer Reihe von anderen Wettbewerben hinter den Erwartungen zurück. Oslo ist das schwächste Glied der Golden-League-Kette, zu der auch die Meetings in Paris, Rom, Zürich, Brüssel und das ISTAF in Berlin gehören.

Was die Zahl der Weltrekorde angeht, kann jedoch kein anderes Meeting den Norwegern das Wasser reichen. In der Geschichte der Bislett Games war Meseret Defars Bestleistung bereits der 64. Rekord. Zum Vergleich: In der ISTAF-Historie, die 1937 begann, sind es 15.

Nur knapp bis zur Hälfte des Rennens wurde Meseret Defar von einer Tempomacherin geführt, danach war sie alleine auf ihrer Rekordjagd. „Aber nach drei Kilometern wusste ich, dass ich unter 14:20 Minuten laufen würde. Ich war sehr gut vorbereitet, die Form stimmte“, erklärte Meseret Defar, die diese Marke nach 8:35,76 Minuten erreichte, was auch in einem 3.000-m-Rennen eine Weltklassezeit gewesen wäre. Für die aus Addis Abeba stammende Langstreckenläuferin war es bereits der fünfte Weltrekord innerhalb von gut einem Jahr.

Zunächst lief sie in Carlsbad (USA) über 5 km auf der Straße 14:46 Minuten, dann stellte sie in New York vor einem Jahr mit 14:24,53 den 5.000-m-Weltrekord auf, den sie nun in Oslo verbesserte. In diesem Winter war Meseret Defar beim Hallen-Meeting in Stuttgart die 3.000 m in 8:23,72 Minuten gelaufen und vor kurzem in Carson bei Los Angeles die Zwei-Meilen-Distanz in 9:10,47. Dass sie nun den 5.000-m-Weltrekord gleich um acht Sekunden verbessern konnte, erklärt sich damit, dass diese Bestmarke eine eher ,weiche’ war. Es war der Bahn-Langstreckenweltrekord, der am wenigsten ausgereizt war. Dies liegt vor allem daran, dass die Chinesinnen, die Anfang der 90er Jahre plötzlich auftauchten und diverse Weltrekorde in völlig neue Dimensionen trieben, sich damals auf die Standarddisziplinen konzentrierten. Für die Frauen waren dies unter anderem noch die 3.000 m. Die 5.000 m wurden erst 1995 zur WM-Disziplin.

„Wenn ich mein Training weiter verbessern kann, ist vielleicht noch eine weitere Steigerung möglich. Dann könnten 14:10 Minuten ein Ziel sein“, sagte Meseret Defar, die im vor zwei Jahren fertig gestellten, neuen Bislett-Stadion als erste Weltrekordlerin in die Historie eingeht. Dass dies eine Bestmarke in einem Laufwettbewerb ist, passt zur Geschichte der Bislett Games. Über die Hälfte aller Weltrekorde wurden über Mittel- und Langstrecken erzielt.

Die Bislett-Rekordlisten lesen sich wie ein kleines „Who is Who“ des Laufsports. Ron Clarke (Australien), der in Oslo 1965 die erste 10.000-m-Zeit unter 28 Minuten erzielte, ist ebenso darunter wie Yobes Ondieki (Kenia), der 1993 als erster unter 27 Minuten blieb. Die Norwegerinnen Grete Waitz und Ingrid Kristiansen, der Neuseeländer John Walker, der Kenianer Henry Rono, die britischen Mittelstrecken-Legenden Sebastian Coe und Steve Ovett oder auch Meseret Defars Landsmann Haile Gebrselassie sind weitere Osloer Rekordläufer.

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