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Drehscheibe Brandenburger Tor - Bei der WM berlin 2009™ wird das nächste Kapitel Sportgeschichte folgen.

Von mspnews am 21.06.2007

Drehscheibe Brandenburger Tor   Bei Der Wm Berlin 2009™ Wird Das Nächste Kapitel Sportgeschichte Folgen.

Zum ersten Mal werden bei Weltmeisterschaften der olympischen Kernsportart die Straßenwettbewerbe komplett in die City verlagert.

„Wir wollen richtig Spektakel machen“, kündigt Heinrich Clausen an. Streckenführungen durch karge Asphaltwüsten und unbewohntes Gebiet? Nein danke! „Wir werden mit den Wettbewerben dorthin gehen, wo das Publikum ist, wo Stimmung und Atmosphäre aufkommen.


Es dauert noch mehr als zwei Jahre, bis der erste Startschuss bei den Weltmeisterschaften in Berlin (15. bis 23. August 2009) fällt. Schon jetzt steht fest, dass in Berlin die Marathon- und Gehwettbewerbe komplett in die City verlegt werden.
Start und Ziel sind am Brandenburger Tor.

Ein lateinisches Sprichwort besagt: Abwechslung macht Freude. Ob sich das Organisatoren-Team der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin um den Geschäftsführer Heiner Henze und den Generalsekretär Heinrich Clausen dieses Bonmot als Vorbild genommen haben, sei dahingestellt. Fakt dagegen ist:
Bei den Marathon- und Gehwettbewerben in gut zwei Jahren wird Vieles neu sein.

„Wir wollen richtig Spektakel machen“, kündigt Heinrich Clausen an. Streckenführungen durch karge Asphaltwüsten und unbewohntes Gebiet? Nein danke! „Wir werden mit den Wettbewerben dorthin gehen, wo das Publikum ist, wo Stimmung und Atmosphäre aufkommen.
Ganz Berlin soll auf den Beinen sein“, führt der Generalsekretär weiter aus.

Auf Start und Ziel im Olympiastadion wird ganz bewusst verzichtet. „Vom Stadion bis in die Innenstadt sind es ungefähr acht Kilometer. Am Anfang und am Ende würde kaum Stimmung aufkommen. Außerdem ist das Gelände rund um das Stadion im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf vor allem für die Geherinnen und Geher zu hügelig“, erläutert Clausen.

Stattdessen dreht sich alles um das Brandenburger Tor. Das wichtigste Wahrzeichen der Stadt hat schon viel erlebt. Von 1788 bis 1791 wurde es zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) errichtet. Heute ist der frühklassizistische Sandsteinbau ein Symbol, das mit vielen wichtigen Ereignissen der Geschichte Berlins, Europas und der Welt des 20. Jahrhunderts verbunden ist.

Und auch im Sport hat das Brandenburger Tor Symbolkraft: 1990 führte der „Vereinigungs-Marathon“, den bezeichnenderweise die gebürtige Ostdeutsche Uta Pippig gewann, durch das Brandenburger Tor. Dreizehn Jahre später spurteten die zwei Kenianer Paul Tergat und Sammy Korir um den Sieg. Tergat stellte in 2:04:55 Stunden die noch heute gültige Weltjahresbestzeit auf der 42,195 Kilometer-Distanz auf, nur eine Sekunde später folgte der „Hase“ Korir.

Bei der WM berlin 2009™ wird das nächste Kapitel Sportgeschichte folgen. Zum ersten Mal werden bei Weltmeisterschaften der olympischen Kernsportart die Straßenwettbewerbe komplett in die City verlagert. „Das ist mit einem großen Mehraufwand verbunden. Start und Ziel im Stadion fallen weg. Zusätzliche Athleten-, Presse-, VIP- und Sponsorenbereiche müssen aufgebaut werden“, skizziert Heinrich Clausen.

Auch an der Strecke wird eine logistische Meisterleistung erforderlich sein. „Sie wird an den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Berlins vorbeiführen. Dazu kommt ein buntes Rahmen- und Kulturprogramm am Rande des Kurses. Millionen von Menschen werden weltweit vor dem Fernseher sitzen. Eine bessere PR könnte es für Berlin kaum geben“, bemerkt Heinrich Clausen stolz und kann dabei auf die Marathon-Begeisterung der Berliner setzen, die diese Jahr für Jahr beim BERLIN-MARATHON unter Beweis stellen.

Im Gegensatz zu den fast 40.000 Läufern, die beim BERLIN-MARATHON Jahr für Jahr eine lange Runde durch die ganze Stadt laufen, werden die Spitzenathleten den WM-Marathon auf einem 10-Kilometer-Rundkurs bestreiten. Die Schleife wird durch das Regierungsviertel führen. Über den Potsdamer Platz geht es vorbei am Schloss Bellevue, den Nordischen Botschaften, der Siegessäule, dem Hauptbahnhof bis zur Museumsinsel. Die Geherinnen und Geher werden ihre Sieger auf einem Zwei-Kilometer-Parcours auf der Straße Unter den Linden ermitteln.

Zuschauerfreundlichkeit ist garantiert. Parallel zu den Straßen-Wettbewerben wird es keine Wettkämpfe im Olympiastadion geben. „Wir bauen uns keine eigene Konkurrenz auf. Davon wird vor allem das Gehen profitieren.
Das fand bisher oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt“, hebt Clausen hervor.

Doch alles Neue bringt auch Widerstände mit sich. „Wir betreten Neuland und mussten bei der IAAF viel Überzeugungsarbeit leisten. Jetzt sagt Pierre Weiss, der Generalsekretär des Weltverbandes IAAF: „Wir begrüßen es, dass mit den Rennen dorthin gegangen wird, wo das Publikum ist.“
Und Heinrich Clausen meint: "Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir zu einer konstruktiven Lösung gefunden haben.“ Er lobt das gesamte Organisationskomitee (BOC): „Das war nur durch Teamwork möglich.“
Wetten, dass am Brandenburger Tor im August 2009 der Bär los sein wird?

Tammo Lotz
leichtathletik special
Donnerstag, dem 14 Juni 2007

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