MeinSportplatz
Banner_msp_team

mspnews

Deutsche Bergläufer überzeugten in den Pyrenäen

Von mspnews am 10.07.2007

DLV-Männer überraschend Bronzemedaillen-Gewinner hinter Italien und Frankreich – Zwei Medaillen für deutschen Nachwuchs

„Ein tolles Wochenende“, freute sich der deutsche Berglaufchef Wolfgang Münzel nach einem rundum überzeugenden Auftritt der Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bei den Berglauf-Europameisterschaften in Cauterets in den französischen Pyrenäen. Allen voran überzeugte die Männermannschaft mit den beiden auf den Rängen acht und neun einlaufenden Josef Beha (Unterkirnach) und Timo Zeiler (Trochtelfingen) sowie Markus Jenne (Freiburg) hinter Abonnementsmeister Italien und Frankreich mit dem Gewinn der Bronzemedaille, der ersten Teammedaille bei Europameisterschaften überhaupt.

Mit Rang sechs konnten auch die Frauen bei den immer mehr Beachtung innerhalb der europäischen Nationen findenden Berglauf-Titelkämpfen die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Bei den erstmals bei einer EM integrierten Junioren-Wettbewerben zeigten die DLV-Starter eine unerwartet starke Rolle: Die Hanauerin Kerstin Straub holte Silber wie auch die Juniorenmannschaft mit Manuel und René Stöckert und Johannes Köhnlein. „Deutschland ist die einzige Nation, die in drei von vier Wettbewerben in die Medaillenränge laufen konnte“, stellte Weltverbands-Generalsrekretär Bruno Gozzelini (Italien) anerkennend über die wieder gewonnene Stärke der deutschen Bergläufer fest.

Die äußerst selektive Strecke im attraktiven Thermalbadeort Cauterets unweit von Lourdes in den Pyrenäen forderte die über 200 Athleten aus 22 Nationen, zumal das Ziel umgeben von einer traumhaft schönen Gebirgswelt auf einer Höhe von 2 360 m lag. Und gerade angesichts der schweren Bedingungen kommt die wieder gewonnene Stärke der deutschen Bergläufer überraschend. „Unsere Trainingsmaßnahme am Hochfelln in Bergen hat sich voll ausgezahlt“, sah sich DLV-Berglaufchef Münzel mit dem neuen Konzept bestätigt. „Wir können den besten Teams Europas wieder auf Augenhöhe begegnen!“

Dies gilt primär für die Männermannschaft, die gegen die überaus stark präsente Konkurrenz über sich hinauswuchs und erstmals bei einer Europameisterschaft eine Medaille gewinnen konnte. Den Grundstück legten dabei Josef Beha und Timo Zeiler, die ohne Scheu mit den „großen Namen“ der Szene bravourös mithalten konnten und letztlich beide mit den Rängen acht und neun belohnt wurden. Während sich an der Spitze mit dem erst 21jährigen Türken Ahmet Aslan ein Außenseiter gegen die favorisierten Italiener Marco de Gasperi und Marco Gaiardo und den 2:12-Marathonmann Alexander Bolkhovitin durchsetzten, kamen auf den nächsten Rängen durchweg etablierte Berglaufasse ein.
Und inmitten dieser Elite platzierten sich die beiden Deutschen, die sich mit großem Ehrgeiz auf dieses europäische Championat vorbereitet hatten, das schon alleine wegen der 13,5 km langen Strecke mit fast 1500 Höhenmetern eine besondere Herausforderung darstellte.

Auch bei den Frauen gab es eine überraschende Konstellation an der Spitze: Die norwegische frühere Weltklasseläuferin über 10.000 m und im Marathonlauf Anita Haakenstad Evertsen zeigte auf der 8,5 km langen Distanz mit 1050 Höhenmetern ein vorzügliches Rennen und lief im steilen Schlussabschnitt der favorisierten tschechischen Titelverteidigerin Anna Pichrtova auf und davon und holte somit für Norwegen die erste Goldmedaille. Trotz ihrer drittplatzierten Landsfrau Kirsten Otterbu reichte es allerdings für die Skandinavier nicht zum Mannschaftsgold, den holten sich die sehr kompakt einlaufenden Schweizer Läuferinnen vor der Tschechischen Republik und Italien.

Hinter Frankreich und Norwegen folgte Deutschland mit einer guten Teamleistung auf Rang sechs noch vor Österreich und Groß-Britannien. Beste DLV-Läuferin war dabei die wegen eines Kahnbeinbruches gehandikapte mit einer Gipsmanschette laufende Anja Carlsohn auf Rang fünfzehn. Bravourös schlug sich als Neunzehnte Berglauf-Neuling Veronika Ulrich, während Lisa Reisinger als 22. etwas unter Wert blieb.

Überzeugend präsentierten sich die Juniorenläufer des DLV. Hinter der bei Grand-Prix-Wettbewerben bereits erfolgreichen Slowenin Lucia Krkoc holte die deutsche Juniorenmeisterin Kerstin Straub die Silbermedaille. „Damit hätte ich niemals gerechnet“ freute sich die Hanauerin mit Freudentränen in den Augen. Auch wenn die Brüder Manuel und René Stöckert gegen die kompakt taktierenden drei türkischen Läufer Mehmet Akkoyun, Emrah Akalin und Mahmut Uruclu letztlich keine reelle Chance hatten, als Vierte und Fünfte zeigten beide eine erstaunlich starke Leistung, die letztlich zusammen mit dem auf Rang zwölf einlaufenden Johannes Köhnlein hinter der mit Idealpunktzahl gewinnenden Türken mit 21 Punkten dem DLV die Silbermedaille bescherte.
Dahinter erst die traditionell starken Italiener und Briten auf den nächsten Podiumsplätzen.

Wilfried Raatz

Ergebnisse:
Berglauf-Europameisterschaften Cauterets/ Fra (8.7)

Männer (13,5 km/ HD 1445 m):
1. Ahmet Arslan (Tur) 1:08:39, 2. Marco de Gasperi (Ita) 1:08:50, 3. Marco Gaiardo (Ita) 1:09:09, 4. Alexander Bolkhovitin (Rus) 1:10:00, 5. Sébastien Epiney (Sui) 1:10:16, 6. Raymold Fontaine (Fra) 1:10:28, 7. Vicente Capitan (Esp) 1:10:34, 8. Josef Beha (De/ FC Unterkirnach) 1:10:48, 9. Timo Zeiler (De/ TSV Trochtelfingen) 1:11:08, 10. Gabriele Abate (Ita) 1:11:19, 11. Andi Jones (Gbr) 1:11:25, 12. Jean-Christophe Dupont (Fra) 1:11:27, 13. Julien Rancon (Fra) 1:11:33, 14. Aires Souza (Por) 1:12:04, 15. Jan Havlicek (Cze) 1:12:07 … 19. Markus Jenne (De/ USC Freiburg) 1:13:07, 36. Carlo Schuff (De/ Post-Telekom Trier) 1:15:35 (67 Läufer im Ziel).

Mannschaften:
1. Italien (de Gasperi, Gairdo, Abate) 15, 2. Frankreich (Fontaine, Dupont, Rancon) 31, 3. Deutschland (Beha, Zeiler, Jenne) 36, 4. Spanien 46, 5. Tschechische Republik 53, 6. Groß-Britannien 66, 7. Türkei 68, 8. Portugal 78 (15 Mannschaften gewertet).

Frauen (8,5 km/ HD 1010 m):
1. Anita Haakenstad Evertsen (Nor) 51:45, 2. Anna Pichrtova (Cze) 52:34, 3. Kirsten Otterbu (Nor) 52:56, 4. Martina Strähl (Sui) 53:26, 5. Angéline Joly-Flückiger (Sui) 53:45, 6. Isabelle Guillot (Fra) 53:51, 7. Vittoria Salvini (Ita) 54:31, 8. Bernadette Meier (Sui) 55:51, 9. Iva Milesova (Cze) 55:59, 10. Maria Grazia Roberti (Ita) 56:05, 11. Pavla Havlova (Cze) 56:26, 12. Elisa Desco (Ita) 56:35, 13. Michelle Leservoisier (Fra) 56:52, 14. Aline Camboulives (Fra) 57:01, 15. Anja Carlsohn (De/ SC Potsdam) 57:27… 19. Veronica Ulrich (De/ LG Neu-Isenburg/Heusenstamm) 57:53, 24. Lisa Reisinger (De/ SSC Hanau-Rodenbach) 58:50, 35. Carmen Siewert (De/ SV Greifswald) 1:00:39 (65 Läuferinnen im Ziel).

Mannschaften:
1. Schweiz (Strähl, Joly-Flückiger, Meier) 17, 2. Tschechische Republik 22, 3. Italien (Salvini, Roberti, Desco) 29, 4. Frankreich 33, 5. Norwegen 42, 6. Deutschland (Carlsohn, Ulrich, Reisinger) 58, 7. Österreich 71, 8. Groß-Britannien 71 (16 Mannschaften gewertet).

Junioren (8,5 km/ HD 1010 m):
1. Mehmet Akkoyun (Tur) 48:27, 2. Emrah Akalin (Tur) 48:34, 3. Mahmut Uruclu (Tur) 48:40, 4. Manuel Stöckert (De/ TSV Ostheim) 49:06, 5. René Stöckert (De/ TSV Ostheim) 49:52, 6. Jiri Vojak (Cze) 51:01, 7. Alex Baldaccini (Ita) 52:05, 8. Jonathan Hare (Gbr) 52:15 … 12. Johannes Köhnlein (De/ SpVgg Mössingen) 53:36 (36 Läufer im Ziel).

Mannschaften:
1. Türkei (Akkoyun, Akalin, Uruclu) 6, 2. Deutschland (M. Stöckert, R. Stöckert, Köhnlein) 21, 3. Italien 34, 4. Schweiz 41, 5. Groß-Britannien 47, 6. Tschechische Republik 48, 7. Frankreich 73, 8. Irland 97.

Juniorinnen (4,0 km/ HD 450 m):
1. Lucija Krkoc (Slo) 23:33, 2. Kerstin Straub (De/ SSC Hanau-Rodenbach) 23:58, 3. Hannah Bateson (Gbr) 24:50, 4. Blue Haywood (Gbr) 25:30, 5. Anita Baierl (Aut) 25:09, 6. Tanja Eberhart (Aut) 25:58, 7. Clara Faustini (Ita) 26:16, 8. Azize Ozbey (Tur) 26:35 (20 Läuferinnen im Ziel).

Mannschaften: 1. Groß-Britannien (Bateson, Haywood) 8, 2. Österreich 10, 3. Slowenien 13, 4. Türkei 17, 5. Tschechische Republik 27, 6. Frankreich 28.
wira

Kommentare

Bislang keine Kommentare

Zum Kommentarschreiben anmelden or registrieren