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Wer Marathon läuft, sollte rundum gesund sein!

Von mspnews am 12.07.2007

Wer Marathon Läuft, Sollte Rundum Gesund Sein!

Das erfordert eine qualifizierte ärztliche Untersuchung. Prof. Dr. Wilfried Kindermann - Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes

Für manche ist Marathon eine Mutprobe oder auch Selbstbestätigung, ohne entsprechend vorbereitet zu sein. Manche meinen, mit 30 km wöchentlichem Training könne man einen Marathonlauf erfolgreich bestreiten. Aber allein daran stirbt keiner, sondern wenn folgende drei Faktoren zusammenkommen: unzureichendes Training, falscher Ehrgeiz und mangelhafter Gesundheitszustand


Marathonläufe boomen weltweit und auch in Deutschland. Eine Häufung von Todesfällen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums hat den Ausdauersport ins Gerede gebracht. Statistische Rückschlüsse auf eine tatsächliche Zunahme plötzlicher Herztodesfälle sind aber daraus nicht möglich.
Dennoch sollte darüber nachgedacht werden, was verbessert werden kann.

Für manche ist Marathon eine Mutprobe oder auch Selbstbestätigung, ohne entsprechend vorbereitet zu sein. Manche meinen, mit 30 km wöchentlichem Training könne man einen Marathonlauf erfolgreich bestreiten. Aber allein daran stirbt keiner, sondern wenn folgende drei Faktoren zusammenkommen: unzureichendes Training, falscher Ehrgeiz und mangelhafter Gesundheitszustand.
Aber auch bei guter Leistungsfähigkeit kann eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zum plötzlichen Herztod führen. Wer Marathon läuft, sollte rundum gesund sein, was eine qualifizierte ärztliche Untersuchung erfordert. Der untersuchende Arzt sollte ausdrücklich die Sporttauglichkeit für Marathon bescheinigen. Damit muss er auch überprüfen, ob das bisherige Training ausreichend ist, um solche langen Läufe wettkampfmäßig bestreiten zu können.

Seit der Einführung verpflichtender Screening-Untersuchungen für Wettkampfsportler in Italien wurde dort eine Reduktion plötzlicher Herztodesfälle um 89 % verzeichnet. Ein Restrisiko wird immer bleiben.
Aber wer gesund und gut trainiert ist, hat nichts zu befürchten.

Es gibt also genügend Argumente, dass Teilnehmer an langen Laufwettbewerben eine ärztliche Bescheinigung - wie oben ausgeführt - vorlegen sollten. Gegenteilige Argumente wie rechtliche Konsequenzen oder kaum zu bewältigender Verwaltungsaufwand sind nicht nachvollziehbar.
In vielen Sportarten sind ärztliche Bescheinigungen über die Sporttauglichkeit nach vorausgegangener Untersuchung üblich.
Die Abgabe einer Bescheinigung bei der Anmeldung erhöht den Verwaltungsaufwand nur unwesentlich.

Prof. Dr. Wilfried Kindermann
Klinische Medizin der Universität des Saarlandes
Institut für Sport- und Präventivmedizin

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