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Jan Winschermann, Race Director vom Metro Group Marathon Düsseldorf und Kö-Lauf, im Interview

Von mspnews am 30.03.2008

Jan Winschermann, Race Director Vom Metro Group Marathon Düsseldorf Und Kö Lauf, Im Interview

Wir haben uns bemüht, viele gute deutsche Marathonläuferinnen in Düsseldorf am Start zu haben, für einige wird Düsseldorf der direkte Kampf um die Plätze in Peking für die Olympischen Spiele.

Herr Winschermann, Sie organisieren den Metro Group Marathon Düsseldorf und den Kö-Lauf - haben Sie für 2008 Änderungen im Ablauf oder beim Programm geplant?

In den beiden letzten Jahre waren die Veranstaltungen des Marathon fast fehlerlos über die Bühne gegangen, daher möchste ich nicht so viele Veränderungen machen. Lediglich ein U- Bahn-Bau in der Innenstadt zwingt
uns, die Strecke leicht zu modifizieren. Allerdings hat das auch so etwas Gutes, da durch die Streckenänderung die Rheinbrücke im ersten Teil passiert wird. Das macht die Strecke natürlich schneller.

Den Kö-Lauf haben wir vor zwei Jahren von der Stadt Düsseldorf zur Durchführung bekommen, nachdem der
Chef, Charly-Engels, gestorben war. Seit dem unser Verein, der rhein-marathon düsseldorf e.V., den Kö-Lauf organisiert, gibt es wie beim Marathon dort ebenfalls die Ausrichtung, mehr deutsche Athleten am Start zu
haben.

Düsseldorf ist bekanntlich eine sportbegeisterte Stadt - wollen Sie den Marathon ausbauen - oder weitere Läufe im Jahresverlauf organisieren?

Wir überlegen zur Zeit, ob es noch einen Halbmarathon zu einem Termin veranstalten, der nicht mit unserem Marathon kollidiert. Der Marathon ist aber auf alle Fälle noch steigerungsfähig. Ich denke, daß für einen so
schnellen und attraktiven Kurs durch eine Großstadt noch zu wenig Marathonläufer am Start sind. Zwar sind es in diesem Jahr fast 20 % mehr Marathonläufer, aber für diese große Stadt definitiv zu wenig. Das kommt
aber noch, da bin ich mir sicher. Zur Zeit ist der Düsseldorfer-Marathon noch in der Wachstumsphase; damit meine ich, daß er langsam erwachsen wird.

Düsseldorf und sein Umfeld/Region könnten bestimmt noch mehr Lauf-Angebote vertragen, was halten Sie denn von einem Halbmarathon, einem Frauenlauf - oder eine Firmenstaffel - gerade die letztere Staffel findet bei Firmen und Laufgemeinschaften bundesweit immer mehr Zulauf?

Wie viele Marathonveranstaltungen, haben auch wir zur Finanzierung eine Nebendisziplin, den Staffellauf. Dieser erfreut sich vor allem bei den Firmen in der Umgebung großer Beliebtheit. Wir haben in diesem Jahr über 1.300 Firmenstaffeln am Start, das zeigt auch hier, daß der Firmenlauf tatsächlich Zuwachs hat.
2005 hatten wir mit 300 Staffeln begonnen, mehr als 1.500 verträgt allerdings eine Staffelwechselzone nicht. Vor allem nicht die erste.
Einen Frauenlauf nach dem Vorbild in Berlin haben wir auch schon einmal in Erwägung gezogen, allerdings ist das Risiko groß, zuwenig Läuferinnen zu bekommen und den Lauf dann nicht rentabel gestalten zu können. Was den Halbmarathon betrifft, siehe oben.

Steht die Stadt, der Bürgermeister, hinter Ihren Läufen/Plänen - und unterstützt Sie dabei nicht nur verbal , wie sieht die Zusammenarbeit mit der Polizei aus?

Unsere Oberbürgermeister ist ja für seine Zuneigung zum Sport, gerade der Leichtathletik bekannt, er war ja auch mal ein guter Staffelläufer. Die Zusammenarbeit mit den städtischen Institutionen, wie den einzelnen Amtern oder die Feuerwehr läuft sehr gut. Alle Ämter sind mit sehr großen Engagement vor und während der Veranstaltung dabei. Ebenso die Polizei. In Düsseldorf gibt es regelmäßig im Rathaus ein Organisationstreffen, bei dem alle Verantwortlichen der jeweiligen Behörde am Tisch sitzen. Durch diese
wunderbare Konstellation gibt es bei der Planung des Marathons nie große Probleme.

Sponsoren sind heute wichtiger denn je, Düsseldorf ist nun nicht als arme Stadt bekannt, hilft Ihnen die Wirtschaft, denn eine sportive Stadt ist doch auch ein Aushängeschild für die Region?


Immerhin haben wir ein DAX 30 Unternehmen als Titelsponsor, ebenfalls einige weitere Unternehmen von Bekanntheit. Zwei weitere große Unternehmen, Trimet Aluminium AG und Air Berlin, haben persönliches Interesse am METRO Group Marathon Düsseldorf. Herr Schlüter von Trimet Aluminium läuft selber Marathon, Frau Hunold (Frau vom Chef) von Air Berlin ebenfalls.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Schulen, damit die Jugend an den Laufsport herangeführt wird?


Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist sehr aufwendig bis schwierig. Unsere Erfahrung ist, Lehrer wollen am Wochenende zu Hause bleiben und möglichst wenig Arbeit haben. Obwohl wir für Schüler einen kostenfreien 4,2 km Lauf im Rahmen des Marathon anbieten.

Helfen Ihnen die alteingesessenen Düsseldorfer Vereine, z.B. bei Verpflegunspunkten und als Streckenhelfer?

Da ich selber laufbegeistert bin, kenne ich jeden Volkslauf und deren Vereinsmitglieder in Düsseldorf und Umgebung. Wir haben immer engen Kontakt zu den Düsseldorfer Sportvereinen.
Fast alle Düsseldorfer Sportvereine sind in den Marathon eingebunden. Auch Vereine aus der Umgebung wie Neuss / Ratingen / Hilden / Meerbusch oder Wülfrath sind als Helfer dabei. Teilweise als Strecken- / Start-/ Zielhelfer, aber auch in der direkten Planung einbezogen. Wir geben auch gern etwas zurück, in dem wir unsere Top Athleten wie Carsten Eich und Sonja Oberem, oder unsere Lokalmatadoren, auf deren Laufveranstaltungen starten lassen. Ebenfalls bewerben wir auch die Laufveranstaltungen unserer Helfervereine.

Wie wichtig nehmen sie die langfristige Vorbereitung Ihrer Teilnehmer, haben Sie Trainingsläufe in Ihrem Programm, Informationstreffen?

Auf unserer Internetseite gibt es Programme einiger Düsseldorfer/Neusser/Ratinger Vereine, die ein Vorbereitungstraining anbieten.

Wie ist die Zusammenarbeit mit medizinischen Institutionen, Arzten, Krankenhäusern, Universitäten, damit Ihre Teilnehmer gesund an den Start gehen und auch gesund ins Ziel kommen?

Das oberste Kontrollorgan ist hier die Stadt und deren Feuerwehren, dazu kommen jede Menge Ärzte des Universitätsklinikum, sowie der Rettungsdienste wie DRK / Johanniter/ Malteser etc.. Auch hier läuft durch die Feuerwehr alles sehr professionell ab.

Sie sind bekannt für Innovationen, im Vorjahr unterstützten Sie deutsche Läufer, wie Carsten Eich u.a. mit einem Trainingslager, damit die Deutschen gute Zeiten laufen, ist das gut überall positiv aufgenommen worden - was haben Sie in dieser Richtung für 2008 geplant ?

Wir haben uns bemüht, viele gute deutsche Marathonläuferinnen in Düsseldorf am Start zu haben, für einige wird Düsseldorf der direkte Kampf um die Plätze in Peking für die Olympischen Spiele.

Könnten Sie sich vorstellen, wie man insbesondere die deutschen Läufer, intensiver fördern, trainieren, motivieren kann?


Leider gibt es in Deutschland im Moment keine guten Marathonläufer bei den Männern, wir würden sofort eine Zusammenarbeit anbieten.

Sie überraschten am Jahresende damit, daß Sonja Oberem nach Düsseldorf kam, die sich nicht nur noch für die Spiele in Peking qualifizieren will (und auch von der Stadt gefördert wird), sondern auch Ihnen bei der Organisation hilft - und im Vorjahr z.B. das Lauftraining für Teilnehmer anführte - das muss doch die Sympathie für Ihren Lauf ungemein stärken?

Sonja ist auf alle Fälle eine Bereicherung für den ausrichtenden Verein, rhein-marathon düsseldorf e.V.. Es kommt bei den Helfervereinen immer gut an, wenn eine Spitzensportlerin wie Sonja Oberem bei deren Volksläufen auftaucht und auch mitläuft. Das gilt gleichermaßen auch für Carsten Eich.
Stellen Sie sich mal vor, da gibt es in Düsseldorf tolle kleine Volksläufe und keine Presse ist dabei. Kommen Sonja und Carsten dazu, steht am nächstenTag groß etwas im Sportteil in Düsseldorf. Das freut uns dann
natürlich für die Vereine, die diese Läufe austragen, und die uns beim Marathon helfen.

Was haben Sie denn noch - was wir bisher nicht wissen - für 2008 geplant?

Wir wollen den Streckenrekord bei den Männern von 2.09.47 aus dem Jahr 2007 noch einmal unterbieten.

... wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Die Fragen stellte Horst Milde

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