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Irina Mikitenko gewinnt sensationell London-Marathon

Von mspnews am 13.04.2008

Irina Mikitenko Gewinnt Sensationell London Marathon

Mit einer sensationellen Leistung ist Irina Mikitenko in London in die Marathon-Weltelite gestürmt. Die 35-jährige Läuferin des TV Wattenscheid gewann das hochklassigste Rennen über die klassische Distanz in diesem Frühjahr in 2:24:14 Stunden. Irina Mikitenko ist erst die zweite deutsche Siegerin des London-Marathons nach Katrin Dörre-Heinig, die das Rennen dreimal zwischen 1992 und 1994 gewonnen hatte. Es ist zudem der erste deutsche Sieg bei einem der World Marathon Majors (WMM)-Rennen seit 1996. Damals hatte Uta Pippig beim 100. Boston-Marathon triumphiert.

Irina Mikitenko verbesserte in dem Lauf mit rund 35.000 Teilnehmern zudem den deutschen Rekord von 2:24:35 Stunden, den Katrin Dörre-Heinig 1999 in Hamburg aufgestellt hatte. Die schnellste deutsche Zeit allerdings lief Uta Pippig 1994 in Boston mit 2:21:45. Da in Boston Start und Ziel weit auseinander liegen (Punkt-zu-Punkt-Strecke), werden diese Ergebnisse nach den aktuellen Regeln nicht mehr als offizielle Rekorde geführt.

Das Männerrennen gewann bei fast perfekten Wetterbedinungen – nur am Ende setzte starker Regen ein – der Vorjahressieger Martin Lel. Der 29-jährige Kenianer stellte mit der Weltklassezeit von 2:05:15 Stunden einen Streckenrekord auf und triumphierte vor seinem Landsmann Sammy Wanjiru (2:05:24) sowie Abderrahim Goumri (Marokko/2:05:30). Zum ersten Mal blieben in einem Marathonrennen drei Läufer unter 2:06 Stunden. Den Weltrekord hält der Äthiopier Haile Gebrselassie mit 2:04:26 Stunden. Lel kassiert für den Sieg und den Streckenrekord 130.000 US-Dollar.

Nicht ganz so viel verdiente Irina Mikitenko für ihr mutiges Rennen. Neben der Siegprämie von 55.000 Dollar erhält sie weitere 10.000 für ihre Zeit unter 2:25 Stunden. Doch wertvoller ist der größte Sieg ihrer Karriere sicherlich auch im Hinblick auf zukünftige Startgelder.

In Berlin war Irina Mikitenko vor gut einem halben Jahr als Zweite bereits ein starkes Debüt in 2:24:51 Stunden gelaufen. Mit einem mutigen Rennen rannte sie nun in London in ihrem zweiten Marathon zum ersten Sieg. Immer wieder war es die Deutsche, die das Tempo an der Spitze bestimmte und forcierte. Die favorisierte Gete Wami (Äthiopien), die im vergangenen die erste Serie der World Marathon Majors gewonnen hatte, und die aktuelle Chicago-Marathon-Siegerin Berhane Adere (Äthiopien) hielten sich zurück. Offenbar hatten sie die frühere Weltklasse-5000-m-Läuferin Irina Mikitenko nicht auf der Rechnung.

„Ich habe mich topfit gefühlt und wollte noch schneller laufen“, sagte Irina Mikitenko, die glaubt, dass eine Zeit um 2:21 Stunden für sie möglich ist. „Bei Kilometer 30 wusste ich, dass ich eine Siegchance haben würde.“ Vier Kilometer vor dem Ziel löste sie sich von den letzten zwei Konkurrentinnen. Svetlana Zakharova (Russland/2:24:39) und Gete Wami (2:25:37), die bei Kilometer 30 ins Stolpern gekommen und sogar hingefallen war, hatten der Schlussoffensive von Irina Mikitenko nichts mehr entgegen zu setzen. Sie belegten die Ränge zwei und drei. 

Nach diesem wegweisenden Erfolg dürfte Irina Mikitenko auch beim olympischen Marathon in Peking eine gute Rolle spielen können. Allerdings fehlten in London unter anderem die Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien) und die Athen-Olympiasiegerin Mizuki Noguchi (Japan).

In der neuen Serie 2008 – 2009 der World Marathon Majors (WMM), bei denen die Läufer in Boston, London, Berlin, Chicago, New York sowie bei Olympia und Weltmeisterschaften Punkte sammeln, liegt nun erstmals eine Deutsche auf Rang eins. Die Sieger erhalten am Ende 500.000 Dollar.

Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net

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