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Laufen ohne zu sehen

Von mspnews am 04.10.2008

Laufen Ohne Zu Sehen

Das Besondere an Francisco Ferrer Maroto ist seine seltene Erkrankung: Retinopathia pigmentosa. Dabei handelt es sich um eine schwere Augenkrankheit, bei der das Gesichtsfeld allmählich eingeschränkt wird.

Bei Volksläufen werden zwar keine spektakulären Zeiten gelaufen, aber es gibt viele persönliche Geschichten, die zu erzählen sich durchaus lohnt. Eine davon ist die von Francisco Ferrer Maroto. Auf den ersten Blick ist an ihm nichts Besonderes. Er ist ein begeisterter 62-jähriger Sportler, der regelmäßig trainiert und an Wettkämpfen teilnimmt und die Lust am Laufen im Blut hat.

Wie es scheint, führt er ein ganz normales Leben: Er liest gern, mag Kino und Spaziergänge mit seinem Hund, geht mit seiner Frau aus… Und all das gut gelaunt und mit einer positiven Einstellung.

Das Besondere an Francisco Ferrer Maroto ist seine seltene Erkrankung: Retinopathia pigmentosa. Dabei handelt es sich um eine schwere Augenkrankheit, bei der das Gesichtsfeld allmählich eingeschränkt wird. Es ist, als blicke er in einen Tunnel, der sich immer stärker verengt, was in einigen Fällen zur Erblindung führt. Francisco ist natürlich Mitglied der spanischen Blindenorganisation ONCE (www.once.es), die ihm mit fachlicher und menschlicher Unterstützung geholfen hat, sich seiner Behinderung zu stellen und seinen Alltag leichter zu gestalten.

Am bequemsten wäre es für den erfahrenen und unermüdlichen Läufer, zu Hause zu bleiben und sich das Leben nicht noch schwerer zu machen. Allerdings gibt es da ein Problem: seine Laufleidenschaft. Für unseren Laufveteran eine mit vielen Schwierigkeiten verbundene Leidenschaft. Manchmal stürzt er oder verläuft sich und zu manchen Tageszeiten kann er wegen des fehlenden Lichtes nicht trainieren.

Seine üblichen Laufwege kennt er in- und auswendig, obwohl er natürlich weiß, dass ein neuer Riss im Asphalt einen riskanten Fehltritt verursachen kann. Angesichts dieser Schwierigkeiten gibt auch Francisco zu, dass er manchmal ein bisschen Angst hat. Man kann sich natürlich fragen, ob das alles die Mühe wert ist.

Aber ja doch, denn sonst bleiben nur ein Schwinden der Willenskraft, Resignation und Anpassung. Francisco Ferrer Maroto gehört zu denen, die häufig fallen und immer wieder aufstehen. So wird er auch am 19. Oktober aufstehen, um zum vierten Mal am TUI Marathon, genauer am 10-km-Lauf, teilzunehmen.

Wer die Strecke nicht kennt, der folge Francisco oder, noch besser, laufe neben ihm, damit sie zusammen als Sieger durchs Ziel kommen.

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