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Deutsche Ultraläufer vor Weltcup und EM

Von mspnews am 05.11.2008

Deutsche Ultraläufer Vor Weltcup Und Em

Ausgetragen wird die Veranstaltung auf einer cirka 80 Kilometer nördlich von Rom gelegenen Punkt-zu-Punkt-Strecke mit Start in Tuscania und Ziel in Tarquinia.

Am Samstag (8. November) um 10 Uhr fällt in Tuscania (Italien) der Startschuss für die weltweit bedeutendste Ultramarathon-Veranstaltung, den 100 Kilometer-Weltcup der IAU (International Association of Ultrarunners), der seit 1989 offiziell unter dem Patronat des Weltverbandes IAAF ausgetragen wird.

 Da die Veranstaltung in diesem Jahr erneut in Europa durchgeführt wird, findet gleichzeitig auch eine Europameisterschaft statt. Bei einer Rekordbeteiligung von 33 Nationen werden rund 190 Ultramarathonis ins Rennen gehen.

Ausgetragen wird die Veranstaltung auf einer cirka 80 Kilometer nördlich von Rom gelegenen Punkt-zu-Punkt-Strecke mit Start in Tuscania und Ziel in Tarquinia. Erst nach 37 Kilometern begeben sich die Läuferinnen und Läufer auf eine vier Mal zu durchlaufende 14 Kilometer-Runde, bevor das Schlussstück von 7 Kilometern in Angriff zu nehmen ist. Parallel zu Weltcup und EM findet ein offener 100 Kilometer-Lauf statt.

Spanier favorisiert


Nachdem Titelverteidiger Shinichi Watanabe aus Japan in Italien nicht an den Start geht, kann der Spanier José Maria Gonzalez, der als Europameister des Jahres 2006 mit einer persönlichen Bestleistung von 6:23:44 Stunden antritt, als Topfavorit gelten.

Zwar ist außer ihm kein Athlet mit einer Bestleistung von unter 6:30 Stunden gemeldet, mit dem Japaner Masakazu Takahashi, den Russen Denis Zhalybin und Oleg Kharitonov sowie dem Italiener Giorgio Calcaterra können aber immerhin drei weitere Läufer Bestleistungen unterhalb von 6:45 Stunden aufweisen.

Tatyana Zhirkova stärkste Frau


Auch der Wettkampf der stärksten Frauen findet ohne die Titelverteidigerin statt, da Norimi Sakurai aus Japan nicht gemeldet ist. Mit einer persönlichen Bestleistung von 7:10 Stunden ist die Russin Tatyana Zhirkova, Weltmeisterin des Jahres 2004, die nominell stärkste Athletin.

Aber auch die Japanerin Hiroko Sho, mit einer persönlichen Bestleistung von  7:23:56 Stunden aus dem vergangenen Jahr ausgestattet, sowie die Britin Elisabeth Hawker, Gewinnerin des Weltcups 2006 - mit persönlicher Bestleistung von 7:29:12 Stunden, gehören zu den Top-Läuferinnen. Ebenfalls zu rechnen ist mit Monica Carlin aus Italien mit einer persönlichen Bestleistung von 7:29:16 Stunden sowie den Russinnen Marina Myshlyanova und Irina Vishnevskaia, die beide bereits unter 7:40 Stunden gelaufen sind.

Deutsches Team mit zahlreichen Debüts


Aus deutscher Sicht zunächst einmal erwähnenswert ist die außergewöhnlich große Zahl der nominierten Athletinnen und Athleten, denn neben zwei vollständigen Mannschaften mit jeweils sechs Frauen und Männern setzt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bei dieser Veranstaltung erstmals zwei Läuferinnen zusätzlich als Einzelstarterinnen ein.

Der Grund hierfür liegt in der derzeit hohen Leistungsdichte im weiblichen DLV-100 Kilometer-Kader, die erwarten lässt, dass auch die über die Mannschaft hinaus eingesetzten Athletinnen den DLV mit guten Leistungen repräsentieren werden.

Die Erwartungshaltung im Hinblick auf ein erfolgreiches Abschneiden ist dabei auch in diesem Jahr wieder in erster Linie an die DLV-Frauen gerichtet. Birgit Schönherr-Hölscher (PV Tria Witten), Siebte beim Weltcup im vergangenen Jahr in Winschoten (Niederlande), geht nach der verletzungsbedingten Absage der Vorjahresachten Martina Groß (MTV Kronberg) aus deutscher Sicht als stärkste Athletin an den Start.

Rückkehr von Tanja Hooß

Ihr zur Seite stehen bewährte und neue Kräfte: Tanja Hooß (LTF Marpingen), fünfmalige Deutsche 100 Kilometer-Meisterin mit einer persönlichen Bestleistung von 7:38:10 Stunden, kehrt nach dreijähriger Pause ins Team zurück und mit der amtierenden Deutschen Meisterin Branka Hajek (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg) sowie Vizemeisterin Dorothea Frey (EK Schwaikheim) geben zwei national schon erfolgreiche Athletinnen ihr Debüt in der Nationalmannschaft.

Vervollständigt wird das Frauenteam durch Marion Braun (SV Germania Eicherscheid), in den letzten drei Jahren regelmäßig eine der Leistungsträgerinnen in der Mannschaft, sowie Simone Stöppler (SSC Hanau-Rodenbach), die auf die meisten Einsätze für den DLV zurückblicken kann.

Hoffnung auf Wiederholung der Vorjahreserfolge


Eine Wiederholung der Vorjahreserfolge, als beim Weltcup Rang drei sowie in der EM-Wertung der zweite Platz in der Teamwertung errungen wurde, erscheint aufgrund der Leistungsstärke der deutschen Läuferinnen durchaus im Bereich des Möglichen.

Mit Barbara Mallmann (LG Ahlen) und Antje Schuhaj (TV Jahn Kempten) werden die Dritt- und Viertplatzierte der diesjährigen 100 Kilometer-DM um eine möglichst gute Platzierung in der Einzelwertung kämpfen.

Verstärkung durch Michael Sommer


Bei den Männern kehrt der siebenmalige Deutsche Meister Michael Sommer (EK Schwaikheim) in die Mannschaft zurück. Angesichts seiner bekannten Qualitäten bedeutet dies für das DLV-Männerteam eine klare Verstärkung und die Chancen, den im vergangenen Jahr von Jörg Hooß, Helmut Dehaut und Sven Kersten in der EM-Wertung (Platz fünf beim Weltcup) erreichten dritten Platz in der Europameisterschaft zu verteidigen, steigen deutlich an. Jörg Hooß (LTF Marpingen) und Helmut Dehaut (VT Zweibrücken) gehen auch diesmal wieder an den Start, im Gegensatz zu Sven Kersten (LTC Berlin), der seinen Start vor einigen Wochen aus Verletzungsgründen absagen musste.

Dafür rücken mit Karlheinz Wild (TLV Rangsdorf) und Rainer Koch (LG Würzburg) zwei Athleten in die Mannschaft, denen aufgrund ihrer Vorleistungen Zeiten zwischen 7:15 und 7:20 Stunden zuzutrauen sind und mit dem amtierenden Deutschen Vizemeister Thomas König (SuL Lößnitz) wird das Team durch einen auch international mittlerweile sehr erfahrenen Athleten vervollständigt, der seine persönliche Bestleistung erst bei der DM im Frühjahr nahe an der Sieben-Stunden-Marke fixiert hat.

Starke internationale Konkurrenz


Die Stärke der internationalen Konkurrenz, insbesondere der Teams aus Japan, Frankreich, Russland und Italien, ist bekannt und so werden beide DLV-Mannschaften nur mit jeweils optimalen Leistungen im Bereich persönlicher Bestzeiten Chancen auf das Erreichen vorderer Platzierungen haben.

Volkmar Mühl 

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