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„Frühlingserwachen“ - Übersicht über die Starterfelder bei den wichtigsten Marathonläufen im Frühjahr 2009

Von mspnews am 22.03.2009

In guter Tradition präsentiert der London-Marathon auch in diesem Jahr ein Elitefeld der Extraklasse. Erklärtes Ziel ist der Versuch, den Weltrekord im Marathon der Männer an die Themse zu holen.
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Pünktlich mit dem Frühlingsanfang beginnt die heiße Phase der Marathonläufe durch die Metropolen, darunter die Klassiker in Rotterdam, Boston und London. Aber auch in vielen anderen Städten rüstet man mit großen Teilnehmerfeldern und viel Geld zum Kampf um schnelle Zeiten und möglichst viele Finisher. Dabei geht in diesem Frühjahr eine Armada an Eliteathleten an den Start, die in Anzahl und vor allem Qualität allerhöchsten Ansprüchen genügt.

Die beiden besten Läufer in der Marathongeschichte, Weltrekordler Haile Gebrselassie (ETH) und Paul Tergat (KEN), haben bereits sehr früh im Jahr ihre Marken gesetzt, wobei insb. Haile angesichts der äußeren Bedingungen bereits Mitte Januar mit 2:05:29 in Dubai überzeugen konnte. Diese Zeit ist aktuell die weltweite Bestmarke bei den Männern und dürfte ein erstes Ziel für die in den nächsten Wochen anstehenden Tempojagden sein.

Dass der Straßenlauf eine Freiluftveranstaltung ist und damit in sehr sensibler Weise von den äußeren Bedingungen, insb. dem Wetter, abhängt, musste bei seinen letzten beiden Rekordjagden auch Haile Gebrselassie erkennen, der nach seinem Weltrekord bei perfekten Bedingungen Ende September 2008 in Berlin (WR: 2:03:59) dem Regen und Wind in Dubai und Den Haag Tribut zollen musste.

Somit wird es erheblich vom Wetter abhängen, wie sich die aktuellen Weltbestenlisten verändern werden. Die Voraussetzungen für herausragende Ergebnisse sind jedenfalls bestens. Aus der einmaligen Leistungsdichte an Topathleten ragen insb. Sammy Wanjiru (KEN), Olympiasieger von Beijing 2008, der in London einen Angriff auf den Weltrekord angekündigt hat, sowie die beiden Debutanten Zersenay Tadese (ERI) in London und Patrick Makau (KEN) in Rotterdam heraus. Sowohl Tadese, Cross- und Halbmarathon-Weltmeister, als auch Makau, Halbmarathonspezialist und dort Weltjahresbester in Ras Al Kaimah (58:52), dürften in der Lage sein, gleich beim ersten Lauf über die volle Distanz absolute Spitzenzeiten zu erzielen.

Tokyo, 22.3.2009

Die Jagd nach schnellen Zeiten beginnt fast exakt mit Frühlingsbeginn am 22. März in Tokyo. Dort hat man mittlerweile die Konversion vom reinen Elitemarathon zum Massenevent vollzogen, 280 000 Läufer/innen hatten sich bis zum Meldeschluss im November 2008 registrieren lassen, davon werden aber nur gut 30000 Aktive an den Start gehen können. Der große Erfolg in Tokyo hat mittlerweile in Japan einen Prozess in Gang gesetzt, der schon in Kürze das traditionelle Gefüge an Eliteveranstaltungen verändern wird: in Kyoto, Kobe und Osaka laufen bereits die Vorbereitungen auf ähnliche Veranstaltungen wie in Tokyo, die Klientel dafür gibt es zuhauf.

Mit Sammy Korir (KEN) geht nun auch der drittschnellste Läufer aller Zeiten an den Start. Sammy konnte im letzten Jahr in Dubai und schon kurz danach in Seoul überzeugen und gehört sicher zum engeren Favoritenkreis. Neben „Mr. Chicago Marathon“ Daniel Njenga (KEN) werden Dmytro Baranovsky (UKR) und Salim Kipsang (3. in Berlin 2007) vorne erwartet. Für die Japaner geht es um die Qualifikation für die WM 2009 in Berlin, Atsushi Fujita und Tsuyoshi Ogata haben hier die besten Chancen. Bei den Frauen sollte der Sieg nur über das starke japanische Trio Tosa, Hiroyama und Ominami gehen.

Sammy Korir (KEN)                2:04:56
Daniel Njenga (KEN)            2:06:16
Toshinari Takaoka (JPN)     2:06:16
Atsushi Fujita (JPN)             2:06:51
Dmytro Baranovsky (UKR)    2:07:15
Salim Kipsang (KEN)            2:07:29
Tsuyoshi Ogata (JPN)         2:08:37
Arata Fujiwara (JPN)           2:08:40  (abgesagt)
Julius Gitahiken (KEN)        2:08:57
Moges Taye (ETH)             2:09:21
Tomoyuki Sato (JPN)          2:09:43
Kurao Umeki (JPN)            2:09:52

Reiko Tosa (JPN)                   2:22:46
Harumi Hiroyama (JPN)       2:22:56
Hiromi Ominami (JPN)          2:23:26
Alevtina Biktimirova (RUS)    2:25:12
Pamela Chepchumba (KEN)    2:25:36
Shiteye Gemechu (ETH)         2:26:10
Luminita Talpos (ROM)          2:26:43
Chen Rong (CHN)                 2:27:05

Rom, 22.3.2009

Etwa acht Stunden später als in Tokyo geht man auch in Rom auf die Strecke. Obwohl man in der italienischen Hauptstadt nicht ganz mit der Weltspitze mithalten kann, ist das Elitefeld durchaus beachtlich. Hier ist Paul Kirui (KEN) der Topläufer, der seine Bestzeit von 2:06:44 2006 in Rotterdam erzielte, nicht weniger beeindruckend seine Läufe in Amsterdam mit 2:07:12 (2007) und 2:07:52 (2008).

Aussichtsreich sind ferner die beiden Kenianer Hosea Rotich (2:08:11, Frankfurt 2007 und 2:07:24, Paris 2008) sowie der in Berlin nicht ganz unbekannte Philip Manyim (Sieg in 2:07:41 im Jahr 2005, 2:08:01 im Jahr 2007). Bei den Frauen hat die Chinesin Weiwei Sun die beste Vorleistung, aber auch Anna Incerti (ITA) ist nach ihrem tollen Auftritt beim Ostia-Halbmarathon (zwei Minuten vor Irina Mikitenko) eine Spitzenplatzierung zuzutrauen.

Paul Kiprop Kirui (KEN)           2:06:44
Hosea Rotich Kiprop (KEN)    2:07:24
Philip Manyim Kipkurgat (KEN)    2:07:41
Gang Han (CHN)                 2:08:56
Jufar Robi Tariku (ETH)        2:08:10
Francis Kiprop (KEN)             2:08:30
Albert Matebor Kiplagat (KEN)    2:09:33
Philip Kimutai Sanga (KEN)    2:10:02
Henry Kapkyai Kimeli (KEN)    2:10:16
Koech Barnabas Kipkorir (KEN)    2:10:19
Andreev Grigoriy (RUS)          2:11:01
Christopher Isengwe (TAN)    2:10:21
Samson Tuiyange Kikwai (KEN)    2:10:30
Paul Kogo Kipkemei (KEN)     2:10:39
Thomson Cherogoni Kibet (KEN)    2:10:45
Vincent Kiptoo Kiplagat (KEN)   2:10:48
Yirdaw Juhar Dejene (ETH)    2:10:51
Wilson Kipkorir Chelal (KEN)  2:10:57
Luwis Masunda (ZIM)           1:02:15    HM, Debut

Weiwei Sun (CHN)                           2:25:15
Lena Jemutai Cheruiyot (KEN)    2:26:00
Eyerusalem Mutal Kuma (KEN)    2:26:51
Larissa Zousko (RUS)               2:26:26
Anna Incerti (ITA)                     2:27:42
Ibina Mayorova Ivanova (RUS)    2:27:25
Tetyana Filonyuk (UKR)              2:28:40
Haile Lema Kebebush (ETH)       2:30:03

Rotterdam 5.4.2009

Rotterdam bietet auch in diesem Jahr ein hochkarätiges Feld auf, an dessen Spitze der Streckenrekordler William Kipsang (KEN) steht, der den Lauf im letzten Jahr in hochklassigen 2:05:49 gewann und in diesem Jahr noch schneller laufen möchte. Tatkräftige Unterstützung wird er sicherlich von seinem Landsmann James Kwambai erhalten, der Haile im letzten Jahr beim Berliner Rekordlauf lange folgen konnte und mit 2:05:36 die schnellste Vorleistung aufzubieten hat.

Nimmt man dazu noch den Novizen Patrick Makau (KEN), so können wir bei guten äußeren Bedingungen in der Tat außergewöhnliche Zeiten auf dem schnellen Kurs in der holländischen Hafenstadt erwarten. Makau kennt übrigens durch seine Siege beim Rotterdam-Halbmarathon (59:19, 2007; 59:29, 2008) Teile der Strecke bereits bestens. Insgesamt gehen sieben Läufer mit Bestzeiten unter 2:08 an den Start, das wird in diesem Jahr nur noch von London überboten: die Kenianer Richard Limo (2:06:45), Abel Kirui (2:06:51), William Kiplagat (2:06:50) und Duncan Kibet (2:07:53) sowie Deressa Edae Chimsa (ETH), der erst im Januar in Dubai 2:07:54 erreichte.

Bei den Frauen ist der Lauf weniger spektakulär besetzt. Hier ist Lydia Cheromei (KEN) mit 2:25:57 die Favoritin, aber auch Adriana Pirtea (ROM) hat nach ihren tollen Läufen in Chicago (2:28:52) das Ziel, mit einer guten Zeit den Lauf zu gewinnen.

James Kwambai (KEN)    2:05:36
William Kipsang (KEN)    2:05:49
Richard Limo (KEN)         2:06:45
William Kipklagat (KEN)    2:06:50
Abel Kirui (KEN)              2:06:51
Duncan Kibet (KEN)         2:07:53
Deressa Edae Chisma (ETH)    2:07:54
Jackson Kobut Kipkoech (KEN)    2:08:07
Chala Dechase (KEN)        2:08:31
Mariko Kipchumba Kiplagat (KEN)    2:09:03
Mesfin Adamasu (ETH)      2:09:40)
Dereja Tefaye (ETH)          2:11:42    1:00:02 HM
Patrick Musyoki Makau (KEN)    58:52    HM, Debut
Robert Kipchumba (KEN)    59:28    HM, Debut
Joseph Maregu (KEN)        59:45    HM, Debut

Lydia Cheromei (KEN)          2:25:57
Adriana Pirtea (ROM)           2:28:52
Nailya Yulamanova (RUS)    2:30:17

Paris, 5.4.2009

In Paris war das Kontingent von 37000 Startplätzen bereits im November letzten Jahres vergeben. Streckenrekord (Rotich 2:06:33), Siegerzeit des Vorjahres (Kebede 2:06:40) sowie das Zehnermittel der besten Zeiten von 2:07:03 (Platz 7 weltweit) belegen das hohe Niveau der Veranstaltung. Informationen zum Elitefeld liegen aktuell noch nicht vor.

Wien, 19.4.2009

In Wien waren im letzten Jahr knapp über 30000 Läuferinnen und Läufer in diversen Wettbewerben am Start, von denen gut 6000 das Ziel im Marathon erreichten. Auch im Spitzenbereich hat man mit dem Streckenrekord von Abel Kirui in 2:07:38 den Anschluss an die internationale Spitze geschafft. Im Mittelpunkt des diesjährigen Laufs stehen die Debuts der beiden Österreicher Günther Weidlinger und Andrea Mayr, wobei Weidlinger mit Vorleistungen von 27:36.46 und 28:10 über 10 km auf Bahn und Straße realistische Chancen hat gleich im ersten Anlauf den Uralt-Landesrekord von Gerhard Hartmann von 2:12:12 aus dem Jahre 1986 zu unterbieten.

Boston, 20.4.2009

Boston sieht in diesem Jahr bereits die 113. Auflage des Traditionslaufs am Patriot´s Day im US-Bundesstaat Massachusetts, wobei das Gefälle von 125 m am Startort Hopkinton auf Meeresniveau am Ziel in Boston die Berücksichtigung der Zeiten in Bestenlisten problematisch macht. Trotzdem gelingt es den Organisatoren immer wieder, hochkarätige Felder an den Start zu bringen; das gilt insbesondere auch für die diesjährige Auflage.

Schnellster gemeldeter Läufer ist erstaunlicherweise ein Amerikaner, Ryan Hall, der sich im letzten Jahr beim London-Marathon auf tolle 2:06:17 steigern konnte. Angesichts seines enormen Leistungspotentials ist es schon fast zu bedauern, dass der aktuell vermeintlich beste „weiße“ Läufer nicht auf einem bestzeitentauglichen Kurs antritt.

Die Konkurrenz wird allerdings gewaltig sein, allen voran der mehrmalige Boston- und Chicago-Sieger Robert (!) Kipkoech Cheruiyot (KEN), der in Boston bereits 2006 mit persönlicher „Bestzeit“ von 2:07:14 gewann. Gute Aussichten muss man auch dem Sieger des letzten Chicago-Marathons einräumen, Evans (!) Cheruiyot (KEN). Das Elitefeld der Männer und Frauen ist in der Tat beeindruckend.

Ryan Hall (USA)                 2:06:17
Evans Cheruiyot (KEN)    2:06:25
Deriba Merga (ETH)        2:06:38
Daniel Rono (KEN)          2:06:58
Benjamin Maiyo (KEN)     2:07:09
Robert Kipkoech Cheruiyot (KEN)   2:07:14
Robert Kiprono Cheruiyot (KEN)    2:07:21
Gudisa Shentema (ETH)    2:07:34
Gashaw Asfaw (ETH)         2:08:03
Stephen Kiogora (KEN)     2:08:24
Solomon Molla (ETH)       2:08:46
Timothy Cherigat (KEN)    2:09: 34
Lee Troop (AUS)             2:09:49
Elijah Sang (KEN)            2:10:13
Brian Sell (USA)              2:10:47
Abebe Dinkesa (ETH)      1:00:03    HM, Debut

Galina Bogolomova (RUS)   2:20:47
Bezunesh Bekele (ETH)    2:23:09
Salina Kosgei (KEN)         2:23:22
Dire Tune (ETH)              2:24:40
Helena Kirop (KEN)          2:25:01
Lidiya Grigoryeva (RUS)    2:25:10
Atsede Habtamu (ETH)    2:25:17
Kara Goucher (USA)        2:25:53
Alice Timbilili (KEN)         2:26:45
Shuru Deriba (ETH)         2:28:26

London 26.4.2009

In guter Tradition präsentiert der London-Marathon auch in diesem Jahr ein Elitefeld der Extraklasse. Erklärtes Ziel ist der Versuch, den Weltrekord im Marathon der Männer an die Themse zu holen.

Paula Ratcliffes Fabelweltrekord bei den Frauen (2:15:25) sowie die Zwischenzeiten des sehr schnellen Rennens im letzten Jahr deuten an, dass dieses Unterfangen nicht ganz chancenlos ist, da angeführt vom Seriensieger in London, Martin Lel (KEN), eine herausragende Ansammlung von Weltklasseathleten am Start erwartet wird.

Insbesondere  Olympiasieger Samuel Wanjiru will seine Ankündigungen eines Weltrekordversuchs umsetzen, wobei im letzten Jahr heftige Regengüsse am Ende des Laufs dieses Unterfangen noch vereitelten. Tsegaye Kebede (ETH) deutete im zweiten Teil des Fukuoka-Marathons 2008 sein großes Potential an, und gespannt sein darf man auch auf das Debut von Zersenay Tadese (ERI), der sicherlich das hohe Tempo von Anbeginn mitgehen dürfte. Interessant ist dabei, wer am 26.4. tatsächlich an der Startline stehen wird, denn in den letzten Tagen haben bereits mehrere Absagen die Veranstaltung getroffen.

Bei den Männern schmerzt der Verzicht von Viktor Röthlin, aber besonders schade ist die verletzungsbedingte Absage vom Superstar der Szene bei den Frauen, Paule Ratcliffe (GBR), so dass plötzlich Irina Mikitenko als Topfavoritin gehandelt wird. Aber wie schon angemerkt, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ist die Konkurrenz außergewöhnlich breit und stark.

Martin Lel (KEN)                2:05:15
Sammy Wanjiru (KEN)    2:05:24
Abderrahim Goumri (MAR)   2:05:30
Khalid Khannouchi (USA)    2:05:38
Felix Limo (KEN)             2:06:14
Emmanuel Mutai (KEN)    2:06:15
Tsegaye Kebede (ETH)    2:06:10
Hendrick Ramaala (RSA)  2:06:55
Jaouad Gharib (MAR)       2:07:02
Viktor Röthlin (SUI)         2:07:23    abgesagt
Yonas Kifle (ERI)             2:07:34
Tessema Abshiro (ETH)    2:08:26
Zersenay Tadese (ERI)    58:59    HM, Debut
Hicham Bellani (MAR)       1:01:44    HM, Debut

Paula Ratcliffe (GBR)       2:15:25    abgesagt
Irina Mikitenko (GER)       2:19:19
Catherine Ndereba (KEN)   2:18:47
Zhou Chunxiu (CHN)         2:19:51
Berhane Adere (ETH)        2:20:42
Lyudmila Petrova (RUS)    2:21:29
Constantina Dita (ROM)    2:21:30
Svetlana Zakharova (RUS) 2:21:31
Gete Wami (ETH)             2:21:34
Yuri Kano (JPN)                2.24.27
Tomo Morimoto (JPN)       2.24.33
Mara Yamauchi (GBR)      2:25:03
Martha Komu (KEN)          2:25:33
Mika Okunaga (JPN)        2.27.52
Jo Pavey (GBR)        Debut        abgesagt

Helmut Winter

Das Bild zeigt Sammy Korir im Jahre 2003 beim Berlin-Marathon, Foto: www.photorun.net

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