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In Paderborn schien wieder die Sonne

Von mspnews am 14.04.2009

Fast alle Abläufe sowie das vollständige Programm hatten die neuen Verantwortlichen übernommen, das Horst Wiczynski zusammen mit Sohn Sascha und Wolfgang Fingerhut über die Jahre kreiert hatten. Somit geht das tolle Festival des Laufsports am letzten Ostersamstag auch auf das Konto dieser Herren.
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Nach Regen, Kälte und Wind im letzten Jahr herrschte diesmal beim Paderborner Osterlauf schönstes Frühlingswetter, nur dass es Petrus mit dem strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 25°C schon fast zu gut mit den Läufern meinte. Aber nicht nur in meteorologischer Hinsicht schien in Paderborn die Sonne, sondern auch die neuen Verantwortlichen für den ältesten deutschen Straßenlauf strahlten um die Wette.

Denn in einer relativ kurzen Vorbereitungszeit hatte das Team um Geschäftsführer Peter Horak einen Start nach Maß hingelegt, der neben ausgezeichneten, allerdings von den zu hohen Temperaturen etwas beeinträchtigten, Leistungen der Eliteläufer einen neuen Rekord mit 8.113 Teilnehmern brachte.

Weitere Informationen zu den sportlichen Leistungen bei der 63. Auflage des Osterlaufs sind dem Bericht von Wilfried Raatz vom 11.4.2009 auf dieser Homepage zu entnehmen. Gleichfalls aktuell ist allerdings immer noch ein Artikel von Ende Juni 2008, den derselbe Autor vor gut einem halben Jahr an gleicher Stelle unter dem Titel „Quo vadis, Paderborner Osterlauf?“ publizierte, in dem er auf die wenig erfreulichen Entwicklungen einging, die sogar den Fortbestand dieser Traditionsveranstaltung gefährdeten.

Schon auf der Pressekonferenz zur Ausgabe im letzten Jahr machten die damaligen Verantwortlichen unter der Leitung von Horst Wiczynski, der über 30 (dreißig!) Jahre die Organisation des Osterlaufs geleitet hatte, deutlich, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung (ca. 8.000 Teilnehmer) ehrenamtlich und im Rahmen von Vereinsstrukturen nicht mehr zu bewältigen sei. Darüber gab es aber offensichtlich innerhalb des veranstaltenden Vereins SC Grün-Weiß Paderborn unterschiedliche Auffassungen und - ohne hier noch einmal auf die offensichtlich erheblichen Verstimmungen eingehen zu wollen – stieg das gesamte eingespielte 30köpfige Organisationsteam aus, die Zukunft war ungewiss.

Dass der neue Vorstand des veranstaltenden Vereins die Problematik dann doch in den Griff bekam, hat viele Gründe, von denen hier die Einsetzung von Peter Horak, der aus seiner Zeit als aktiver Läufer der Leistungsklasse bestens mit der Materie vertraut ist und noch immer über gute Kontakte in der Laufszene verfügt, als Geschäftführer einer neu gegründeten Osterlauf-GmbH und die Verpflichtung des Berliners Christoph Kopp für die Rekrutierung der Spitzenathleten zu benennen sind. Kopp ist seit Jahrzehnten in der Leichtathletik in diversen Funktionen tätig gewesen und konzentriert sich in den letzten Jahren bei diversen Veranstaltungen auf die Betreuung der Elite und hat z.B. maßgeblichen Anteil am Aufstieg des Leistungsniveaus beim Frankfurt Marathon in die erweiterte Weltspitze.

Mit der erneuten Verpflichtung von Irina Mikitenko, mittlerweile einer der Stars der Laufszene, gelang den Organisatoren von sportlicher Seite her trotz eines limitierten Budgets wieder ein Coup, der die Veranstaltung in der Außenwirkung erheblich aufwertete.

Aber am großen Erfolg dieser Veranstaltung hatten auch zwei Männer maßgeblichen Anteil, die über viele Jahre diesen Lauf geprägt und entwickelt hatten: Horst Wiczynski und Wolfgang Fingerhut. Wiczynski, 33 Jahre als Race Director für diesen Lauf verantwortlich, befand sich nicht mehr an zentraler Stelle an Start und Ziel sondern als Zuschauer am Anfang der Schlussgeraden auf dem Heierswall. Fast alle Abläufe sowie das vollständige Programm hatten die neuen Verantwortlichen übernommen, das Horst Wiczynski zusammen mit Sohn Sascha und Wolfgang Fingerhut über die Jahre kreiert hatten. Somit geht das tolle Festival des Laufsports am letzten Ostersamstag auch auf das Konto dieser Herren.

Dazu gehörte auch die Präsenz von ZDF-Mann Wolf-Dieter Poschmann, selbst Sieger in früheren Jahren, der als souveräner Kommentator wieder durch das Programm führte (sein kongenialer Partner im Sprecher-Duett früherer Jahre, Burkhard Swara, war leider kurzfristig erkrankt). Poschmann äußerte auf Nachfrage, dass die Veranstaltung selbst immer im Mittelpunkt zu stehen hat und sich nicht im „Besitz“ einzelner Personen befinden könne. Unter diese Prämisse sollte es auch mit einem neuen Team auf bewährten Pfaden weitergehen. Die vielen Läuferinnen und Läufer selbst haben am Ostersamstag eine klare Antwort auf diese Problematik gegeben und ein tolles Fest des Laufsports auf den Straßen der Paderstadt gefeiert.

Dieser tolle Erfolg sollte dem neuen Osterlauf-Team unter Leitung des Grün-Weiß Präsidenten, Wolfgang Krenz, soviel Mut und Selbstvertrauen geben, sich noch bewusster an die Väter dieses Erfolgs zu erinnern und unverkrampfter mit deren Verdiensten umzugehen. Es wird sicher noch viel Wasser durch die Pader fließen müssen, bevor diesbezüglich Normalität eintreten wird, erste Ansätze wurden allerdings schon im Vorfeld des diesjährigen Laufs in Angriff genommen. Es läge auch bei künftigen, hoffentlich wieder Sonnen überfluteten Ausgaben des Osterlauf ein störender Schatten auf diesem Lauf, wenn man sich nicht auch der Tradition stellt, und die ist uneingeschränkt mit dem Mann in Verbindung zu sehen, der als „Mister Osterlauf“ über mehrere Jahrzehnte mit unglaublicher Energie und großem Einsatz die Geschicke auf Paderborns Straßen am Karsamstag bestimmt hat.

Bleibt zu hoffen, dass Bürgermeister Heinz Paus, der zusammen mit seiner Verwaltung und dem Sportamt diesen Lauf stets in vorbildlicher Weise förderte, auch beim diesem „Marathon“, der ja nicht auf dem Programm der angebotenen Läufe steht, als Vermittler weitere Erfolge erwirken kann. Alle Beteiligten hätten dies nach dem einmaligen Fest des Laufsports sicherlich verdient.

Und wie die eigentlich Betroffenen über die Sache denken, dass haben sie am letzten Samstag demonstriert: 8.113 Teilnehmer waren eine eindrucksvolle „Abstimmung mit den Füßen“!

Helmut Winter

Foto: Die Spitze des Feldes im Halbmarathon bei 1 km. ©Philipp/Helmut Winter

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Osterlauf gut, Wetter etwas zu warm.  Urkunde ne Zumutung

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