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Projekt 42,2

Von sahrensfeld am 03.07.2008

Rennsteig-Staffellauf

 

Am 21. Juni war es mal wieder soweit: Der Rennsteig-Staffellauf. Unser Team, die „Laufmasche Coburg“, bestand aus 10 Läufern und 3 Radbegleitungen. Der Start war um 5 Uhr morgens. Wir haben uns vorgenommen, das 170 km entfernte Ziel noch vor dem Sonnenuntergang zu erreichen. Im Großen und Ganzen lief alles reibungslos bis zu unserem letzten Streckenabschnitt. Unser zweiter Läufer ist zwar 5 km länger als geplant gelaufen, aber schließlich hat er doch noch die Wechselstelle gefunden. Und einmal hat sich unsere Wagenkolonne komplett verfahren, so dass wir nur 'Sekunden' vor unserem Läufer an der Wechselstelle eintrafen und unsere nächste Läuferin aus dem Wagen springen und direkt loslaufen musste – Spannung pur!

Ich hatte den 9. Streckenabschnitt: Der Große Inselsberg. Die Strecke war 19,5 km lang. Die ersten 1,5 km ging es steil bergauf. Mein Radbegleiter hat tapfer mitgehalten, bis seine Räder durchgedreht sind. Dann habe ich ihn eine Weile nicht mehr gesehen. Auf der Spitze angelangt, war ich froh, dass ich das Schlimmste hinter mir hatte und es nun bestimmt nur noch bergab ging. So konnte ich endlich richtig Gas geben...

Doch was war das? Schon wieder ein Berg. Was macht der denn hier? Ja, so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe, war es dann doch nicht. Immer wieder musste ich kleinere Berge überwinden, und bergab haben schmale Schotterwege und zahlreiche Baumwurzeln das „Gasgeben“ auch nicht so einfach gemacht. Einmal ist mein Radbegleiter bergab beim Überreichen der Flasche weggerutscht und hat sich das Bein und den Arm aufgeschlagen. Autsch! Aber er ist tapfer weitergefahren und hat sich nichts anmerken lassen.

Erst nach einer guten Stunde wurden die Wege breiter und das Laufen (und Radfahren) wurde angenehmer. Auf der ganzen Strecke sind wir nur 4 Läufern begegnet. Kurz vor meinem Ziel war noch einmal ein kleiner Berg zu überwinden, mit dem ich schon schwer zu kämpfen hatte. Doch dann ging es schließlich bergab, unter den Anfeuerungsrufen der Teammitglieder, und die schweren Beine waren vergessen. Nach 1:44h bin ich glücklich an der Wechselstelle angekommen.

Unsere Schlussläuferin hatte sich gerade ein paar Tage zuvor beim Training das Knie verletzt und nur dank zahlreicher Quarkwickel an dem Lauf teilnehmen können. Wir haben alle im Ziel auf sie gewartet, uns gefragt, ob es ihr auch gut geht, die Zeit hochgerechnet, wann sie voraussichtlich eintreffen wird und nach dem Sonnenstand geguckt.

Dann kam ein Anruf von ihrer Radbegleitung: Die beiden sind 5 km vor dem Ziel und sie kann nur noch humpeln. Kurz entschlossen ist unser Radbegleiter von Strecke 4-7 ihnen entgegen gelaufen. Er hat ihr den Chip abgenommen und ist noch vor dem Sonnenuntergang im Ziel eingelaufen.

Aber auch unsere Schlussläuferin hat sich durchgebissen und unter starken Schmerzen, gestützt von ihrem Radbegleiter, schließlich das Ziel erreicht. Unter Jubel wurde sie von unseren Männern über die Ziellinie getragen.

Was für ein Erlebnis!

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