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Was für ein Vatertag!

Von volkerderlaeufer am 13.05.2010

Lasst mich eine Geschichte aus dem Januar diesen Jahres vorweg nehmen. Der Gedanke in Hamburg den ersten Marathon zu laufen, war noch nicht lange geboren. Und mir erging es so:

--------Zipp------------------

 

Heute (31.01) war das Laufen nicht so erfolgreich. Es hatte gestern bei Temperaturen um die + 2°C geschneit und über Nacht nichts besseres zu tun, als die Matschepampe zu gefrieren. Einfach so. Das gibt einen üblen Tritt. Es ist anstrengend über diese harschige Schneedecke zu laufen. Erst nach 4 KM finden wir Asphalt, der auch noch geräumt ist. Das tut gut. Die Temperaturen hat sich über Nacht nicht geändert, außer, dass aus dem + ein – geworden ist. Wir laufen entspannt durch die Wiesen. Nach 90 Minuten spüre ich eine kleine Scwäche kommen. Der geräumte Asphalt ist zu Ende und wir rutschen teilweise auf den verschneiten Autospuren. Dieses kostet wieder Kraft und die kleine Schwäche wird größer. Es ist mein dritter Lauf, > 2 Stunden, doch bei 120 Minuten würde ich am liebsten stehen bleiben. Der Fleischteller vom vorigen Abend hat auch nicht gerade vor Kohlehydraten gestrotzt, genauso wie die Pommes. Ich war übermütig und meinte, die Kalorien heute locker abarbeiten zu können. OK, abgearbeitet werden sie, aber locker fühlt sich anders an.

 

Du bist ein Idiot, schelte ich mich, was machst Du überhaupt? Wie kamst Du auf die Wahnsinnsidee, einen Marathon laufen zu müssen? Die Beine werden noch schwerer, also sie ohnehin schon waren. Meine Trainigspartnerin Frauke, trottet locker vorweg. Wie sie überhaupt immer locker trottet. Gut, sie ist 20 Jahre jünger also ich, aber ein Mädchen. Auch das noch, ich lasse mich von einem Mädchen herrennen. Ich gebe zu, dass sie immer die richtigen Worte findet, um das ich nicht aufgebe. Manchmal wird sie ein wenig frech und ich möchte sie vermöbeln. Doch wie? Ich kann doch kaum noch laufen, geschweige denn, erzieherisch auf Frauke einwirken. Ich glaube, das Bist weiß das. Jetzt bietet sie mir sogar noch an, mich Huckepack zu nehmen. Aua, das schmerzt in meiner Machoseele. Und weiter geht es. Ein Blick auf meine Uhr sagt mir, dass ich im Vergleich zum letzten Mal einige Meter verloren habe. Es waren 22 KM in 150 Minuten. Heute wollte ich das toppen. Daraus wird nichts, was ich toppe ist die Zeit. 21,5 KM in 154 Minuten und so im A****, wie ich es noch nie nach dem Laufen war.

 

Egal, nach einigen Stunden erwachen die Lebensgeister wieder. Ich hoffe sehr, dass dieser Tag nur eine temporäre Schwäche gebar. Nächsten Samstag laufe ich wieder. Mit Frauke. Versprochen.

-----------Zapp----------------

Und nun Vatertag (13.05.):

Fröhlich sitze ich im Auto und singe mit dem Radio um die Wette. Klar, das meine Wertung an mich geht. Bin ich doch der übelste Hafensänger, den ich kenne.

Warum so gut gelaunt? Gerade bin ich wieder mit Frauke im Wald gewesen. Sie hat es mir mal wieder richtig gezeigt. Zwei Stunde Regenerationslauf hatten wir gesagt. So fingen wir auch an. 6:23 verrät mir meine funkelnagelneuer Forerunner 305, nach einer guten Stunde und 12 KM. Prima Tempo, prima Puls. Ich lobe uns. Was soll ich lange um den heißen Brei herum reden. Mit Lob kann Frauke gar nicht. Und schon zieht Sie ab KM 13,7863541 oder knapp danach, das Tempo leicht an. Forerunner verrät, dass wir ziemlich schnell, die 2 nach dem Doppelpunkt gegen eine 1 getauscht haben. Nun gut, der Puls ist noch im grünen Bereich und es macht Spaß. Dann kommen die ersten Steigungen. Frauke liebt Steigungen. Sie gibt bergan nochmal richtig Gas. Üblicherweise bleibe ich meinem Alter angepasst zurück, nur nicht heute. Ich keuche, ich schnaufe neben Ihr her. Geschafft, es geht wieder bergab. Nicht nur mit uns, auch mit dem Puls. So laufen wir noch drei bis fünf Steigungen. Zwei Stunden sind rum, sage ich. 19,7 KM alles ist gut. Doch nicht für Frauke. Sie will es jetzt nochmal richtig wissen.Aus der 1 ist mittlerweile eine 0 geworden. 5:30, aktueller Speed, sehe ich auf dem Display. O Gott, die will mich umbringen. Nicht mit mir, aber............. aber.......... ich kann doch jetzt nicht zurück bleiben. Sie wird noch schneller. Mayday, Mayday, denke ich, als ich meinen Puls betrachte. Und es wird noch schneller. 5:00, die meint es ernst. Wir biegen auf der Zielgeraden ein. Wenn das jetzt kein Grund ist nochmal richtig durchzuladen, wann dann. 4:57, 4:50. 4:40 und der Puls springt fast heraus. 4:35, 4:30, endlich ist es gut. Wir sind da. Ein paar nette, freundliche Worte werfe ich Frauke an den Kopf. Sie nimmt es mit Ihrem üblichen Grinsen zur Kenntnis. Jetzt noch langsam auslaufen und alles ist gut. Was doch dreieinhalb Monate eisernes Training und ein Marathon verändern können................................................

 

Was für ein Vatertag. Aus den 6:23 sind 6:03 geworden.

Kommentare

Welch nette literarische Abwechslung in den Blogs! Weiter schreiben und natürlich Laufen! Lg Rennhuhn

2 ganz amüsante Berichte Volki! weiter so :-) gruss aus der Schweiz

....jajajajajajajajajaja!!!!!!!!!!!!! Ich will ;-)

Da bist Du ja endlich. Also wenn Du drauf stehst, dann müssen wir gaaanz oft.................

Also Volker... Was muß ich da lesen, was Du von mir hälst?! ;-) Ich steh doch einfach nur drauf, wenn Du schnaufst... :-)

Dollberg, ist Deine denn auch so sadistisch veranlagt, wie meine?

:-)

Ich kenne da auch eine Frauke.....

Tjä, ähem, FRGuy, wie soll ich Dir das sagen.....................

Das ist eine andere Geschichte, eine andere Frau und ein anderes Umfeld:-)

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