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Der Härteste im Norden (Tollenseseemarathon)

Von volkerderlaeufer am 22.06.2011

Heute ist es anders. Normalerweise nutze ich den Freitag um entweder im Büro alle wichtigen Dinge der Woch zu vollenden oder ich fahre zeitig, nach einem oder mehreren Außendiensttagen, nach hause, um dem großen Verkehrshype zu entgehen. Heute jedoch starte ich erst am morgen in den Außendienst, um dann am Ort des Verhandelns zu bleiben. Der Ort ist in diesem Falle Neubrandenburg und am Samstag gibt es dort den Tollenseseelauf. Einen Marathon rund um den Tollensesee oder den Halben auf der Westseite des Sees. Der härteste im Norden, wirbt der Laufverein SV Turbine, wie ich am Vortag erfahre. Ohje, worauf habe ich mich da eingelassen. Als Flachlandtiroler habe ich doch überhaupt keine Erfahrung mit Gefälle und Steigungen. Um den Kurs zu erkunden, habe ich das Mountainbike mitgebracht. Die Gespräche sind beendet, weitere Vorgehensweisen beschlossen und ich sattel auf. Tatsächlich geht es auf und ab. 807 Meter nach oben und 807 Meter wieder nach unten, wie mein Garmin mir verrät, rund um den See. Wer jetzt glaubt, halber Marathon gleich halbe Höhenmeter,der täuscht. 516 Meter rauf und sogar 571 wieder runter. Start liegt etwas höher, aber das weiß ich heute noch nicht. Erstmal war ich mit dem MTB unterwegs und bekomme bammel. Morgen um Elf fällt der Startschuß, ausgeführt von einem Mann in Soldatenuniform aus dem Jahre 1788. Die Uniform, nicht der Mann.


OK, jetzt ist morgen, also heute. Heute ist jetzt gestern. Ich wurde mit einem Bus zum südlichen Teil des Sees gefahren. Bei Schloß Hohenzieritz ist der Start für den HM. In der Zeitung gab es ein Streckenprofil und ich weiß jetzt, dass es erstmal mächtig bergab geht. OK, ich muss Zeit schinden. Mit einem 5:25er Schnitt laufe ich die ersten 4 KM, der Puls siedelt sich bei 85% an, was so ca. 160 bpm sind. Bei KM 5 geht die Berg- und Talbahn los, bis KM 12. Der Puls zieht mit, rauf und runter. Einige zu engagiert gestartete werden von mir zwangsüberholt, einem jungel Bengel paßt das gar nicht. Er gibt Gas und macht Meter vor mir. Ist ja noch jung der Kerl, soll er doch. Bergab kann ich gut, ich rausche die Gefälle hinunter und schnupfe einige Schwächelnde. Das macht Spaß!


Nun wird es wieder flacher. Mein Schnitt ist auf 5:38 gesunken. Immer noch genauso schnell, wie der HM im September in Bremen. Ich laufe nun etwas schneller und merkwürdiger Weise funktionert es. 2 KM vor dem Ziel kommen noch drei fiese Hügel. Das weiß ich noch von meiner Radtour. Ich muss mich also etwas schonen. Der Schnitt ist jetzt bei 5:35 und die Hügel sind da. Brutal nehmen sie mir die letzte Energie, doch dann bin ich durch. Der Puls ging zwischendurch auf 185 Schläge, 187 ist bei mir 100 %. Jetzt nur noch flach laufen und das Tempo forcieren., nachdem der Puls etwas herunter gegangen ist. Der junge Bengel ist auch wieder da. War wohl doch zu forsch für ihn. Während sein Kumpel sich aus dem Staub macht, trabe ich vorbei. Hähähä, lache ich in mich hinein. Dann noch so ein Jungspund. Wieder: Hahaha.


Ich höre die Lautsprecher am Ziel. Es kann nicht mehr weit sein. Mein Endspurt, wie in Hannover, bleibt aus. Kein Saft mehr. Die letzte Kurve ist umkurvt und ich kann das Ziel sehen. Mein Tempo ist, wie ich hinterher dank Garmin sehen kann, jetzt bei 5:20. 10 Meter vor der Zielliene höre ich links und rechts je einen Läufer heranpreschen. Irgendwer läßt meine Beine schneller werden und ich husche um Bruchteile einer Sekunde vor den Beiden ins Ziel. Diesmal bin ich zum Lachen zu schlapp. Durschittspace: 5:33 Min. für den KM, was 1:58:36 bedeutet. Ich habe mir also auf Bremen selber 14 Hundertstel eingschänkt. Nicht schlecht bei den Bedingungen. Neben der schwiergien Strecke sorgte ein herannahendes Gewitter für schwülwarme Bedingungen. Machte die Sache auch nicht einfacher.

Kommentare

Hallo Volker,

 

schöner Bericht.

Ja der Lauf fehlt auch noch in meiner Sammlung, habe schon oft gehört, dass er schön sein soll. Naja vielleicht klappt es ja irgendwann einmal.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Leistung.

 

Viele Grüße aus Wiesbaden

Ralf

Danke für den schönen Bericht, sehr interessant, der von Moon auch. Macht echt Lust auf diesen tollen Landschaftslauf.

Moin Volker,

sorry, hat sich überschnitten. Deine Mitteilung wurde zu meiner Dienststelle gesandt und ich hatte Abends erst zu Hause deine Nachricht gelesen.

Keep on running

Jörg

Hey Moon, lies mal meinen Kommentar in Deinem Blog:-)))

Hallo Volker der Läufer,

war am letzten Samstag auch beim Tollensesee-Lauf dabei, allerdings die volle Dinstance. Meinen Bericht kannst du unter meinem Blog lesen. Landschaftlich war der Lauf einmalig schön, jedoch die vielen Steigerungen und die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten machten den Lauf zur Qual. Gratulation zu der tollen HM-Zeit.

Born to run

Jörg the Moon

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